MGZ Medizinisch Genetisches Zentrum

Chorea-Akanthozytose - VPS13A

ChAc

Klinische Symptomatik

Die Neuroakanthozytose-Syndrome bilden eine Gruppe von Erkrankungen die durch eine Kombination von neurologischen Symptomen und morphologisch veränderten Erythrozyten (Akanthozyten, „Stechapfelform") gekennzeichnet sind.


Die Chorea-Akanthozytose (ChAc) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sich meistens in der dritten bis fünften Lebensdekade mit Bewegungsstörungen (Chorea, seltener Parkinsonismus) manifestiert.  Charakteristisch ist im Verlauf eine oro-fazial ausgeprägte Dystonie, die zu Dysarthrie und ausgeprägter Dysphagie führt. Die Nahrung wird durch die Zunge regelrecht wieder ausgeworfen, so dass viele Patienten Gewicht verlieren. Charakteristisch sind weiterhin unwillkürliche Lippen- und Zungenbisse. Einige Patienten leiden unter vokalen Tics, bei der Hälfte der Patienten besteht eine Epilepsie, die auch Erstsymptom sein kann. Eine neuromuskuläre Beteiligung mit Myopathie und axonaler Neuropathie zeigt sich in Reflexabschwächung, atrophischen Paresen und CK-Erhöhung. Im Verlauf kommt es bei den meisten Patienten zu einer kognitiven Beeinträchtigung, oder Persönlichkeitsveränderungen bzw. einer psychiatrischen Symptomatik. Mit Bewegungsstörungen und Tics stellt die Erkrankung eine Differentialdiagnose zu Chorea Huntington oder Tourette-Syndrom dar. In der kranialen Bildgebung findet sich eine Atrophie der N. caudati bei Dilatation der Seitenventrikel im Bereich des Vorderhorns. Durch eine gezielte Untersuchung lassen sich meistens im Blutausstrich deformierte Erythrozyten (Akanthozyten) nachweisen. Eine Westernblot-Diagnostik (Nachweis einer Chorein-Defizienz) aus EDTA-Blut ist zur Bestätigung der klinischen Verdachtsdiagnose möglich (weitere Information unter http://www.euro-hd.net/html/na/submodule).

Genetik

Die Erkrankung folgt einem autosomal-rezessiven Erbgang. Das ursächliche Gen VPS13A (vacuolar protein sorting 13, yeast, homolog of, A) auf Chromosom 9 (9q21) kodiert für das Protein Chorein, welches eine Rolle im intrazellulären Protein-Verkehr spielt. 

 

Diagnostik

 

Methodik

Alle Exons sowie deren flankierende Bereiche werden mittels DNA-Sequenzierung untersucht.

Material

2-4 ml EDTA-Blut

Dauer

8 - 10 Wochen

Versand

Post oder Kurierdienst

Beratung

Anmeldung zum genetischen Beratungsgespräch unter +49 (0)89/309 08 86-0





MGZ
Medizinisch Genetisches Zentrum

Bayerstraße 3-5 (durch die Mathäser-Passage)

Eingang Schlosserstraße 6
80335 München
info@mgz-muenchen.de
Tel. +49 (0)89/30 90 886-0
Fax +49 (0)89/30 90 886-66

Ärztliche Leitung
Prof. Dr. med. Dipl. chem. Elke Holinski-Feder