Myopathie mit Ragged Red Fasern
Mitochondriale Myopathie - mtDNA-Deletion
mtDNA-Deletion/Punktmutationen aus Muskel-DNA
Klinische Symptomatik
Eine mitochondriale Myopathie, verursacht durch Defekte der Atmungskette, kann klinisch isoliert als einziges Krankheitssymptom vorkommen oder mit verschiedenen neurologischen Symptomen (z. B. Enzephalopathie, Optikusatrophie, sensorineurale Taubheit) assoziiert sein.
Patienten mit isolierter Myopathie zeigen meist eine langsam progrediente proximale, teilweise belastungsabhängige Muskelschwäche und häufig eine Ophthalmoplegie. Der Erkrankungsbeginn variiert vom Säuglings- zum Erwachsenenalter, in der Regel zeigen Patienten mit isolierter Myopathie einen milderen Verlauf als die Patienten mit kombiniertem Krankheitsbild. Die biochemische Untersuchung des Muskels kann eine gezielte genetische Diagnostik ermöglichen.
Typisches Zeichen einer mitochondrialen Myopathie sind die so genannten Ragged Red Fasern (RRF) in der Muskelhistologie, die ultrastrukturell eine Akkumulation veränderter Mitochondrien aufweisen.
Genetik
Mutationen in unterschiedlichen mtDNA-Genen (tRNA-Gene, mtCOI-III, MTND) können als Ursache einer mitochondrialen Myopathie vorkommen. Bei Patienten mit isolierter Myopathie sind diese ursächlichen Mutationen sporadisch, gewebespezifisch und nur im Muskel detektierbar.
Bei Patienten mit Enzephalomyopathie ist die Mutation dagegen meist systemisch im Blut nachweisbar, die Krankheit folgt einem maternalen Ergbang. In den meisten Fällen mit COI-III-Mutationen ist ein sehr großer Anteil der Muskelfasern histologisch Cytochrom-C-Oxidase negativ. Relativ häufig findet sich gleichzeitig eine prominente Lipidakkumulation im Muskel.
Biochemisch klassifizierte mitochondriale Myopathien können insbesondere durch Mutationen der folgenden Gene verursacht sein:
- Komplex IV (COX)-Defekt: mtDNA COI-III aus Muskel-DNA
- Komplex III-Defekt und Rhabdomyolyse: mtDNA CYTB aus Muskel-DNA
- Kombinierter Defekt: mtDNA tRNA-Gene, mtDNA Deletion(en) aus Muskel-DNA
Häufigkeit
Die Häufigkeit aller mtDNA Mutationen beträgt weltweit ca. 1 : 3 000. Davon sind ca. 15% ursächlich für mitochondriale Myopathien.
Diagnostik
1. Southern Blot / long range PCR für Deletion(en) der mtDNA
2. Mutationsanalyse für mtDNA-tRNA, CYTB-, COI-III- oder
MTND-Mutationen mittels DNA-Sequenzierung (abhängig von
Atmungskettenenzym-Aktivitäten im Muskel)
Muskel-DNA
(eventuell, bei tRNA-Mutationen 2 - 4 ml EDTA-Blut)
1. 1 - 3 Wochen
2. 3 - 5 Wochen
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