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Alpha-1-Antitrypsinmangel (AAT)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Alpha-1-Antitrypsin (Alpha1-AT), ein Protease-Inhibitor (PI), hemmt die Aktivität der neutrophilen Elastase, die das Elastin von Alveolarwänden und anderen Geweben (z. B. Leber) abbaut.
Ein progredientes Lungenemphysem im frühen Erwachsenenalter wird nur bei schwerem Alpha-1-Antitrypsinmangel beobachtet, d.h. einem Defekt, welcher zu einer Erniedrigung des Serum-Alpha-1-Antitrypsinwertes auf weniger als 35 % des Sollmittelwertes führt.

Phänotypisch handelt es sich hierbei in erster Linie um homozygote Träger des ZZ-Allels. Wenngleich die Risikoangaben in der Literatur voneinander abweichen, legen jüngere Studien das Z-Allel im heterozygoten Status als Risikofaktor für die "chronic obstructive pulmonary disease" (COPD) nahe (Sandford et al., 1999). Es sollten daher alle Risikofaktoren, die zu einer COPD führen können, wie inhalatives Zigarettenrauchen, strikt vermieden werden. Bei Homozygotie für das Z-Allel manifestiert sich die Lungensymptomatik bei Rauchern in der Regel im 40.-50. Lebensjahr, bei Nichtrauchern meist nach dem 60. Lebensjahr, eine Lungensymptomatik im Kindsalter ist extrem selten. Bei Heterozygotie oder Homozygotie für ein S-Allel gibt es keine Hinweise auf eine Risikoerhöhung für eine Lungensymptomatik im Sinne einer COPD.

Zellnekrosen, Fibrose und Zirrhose der Leber sind die zweite Komplikation des Alpha1-AT-Mangels. Ca. 18 % aller Kinder mit dem Mangeltyp ZZ entwickeln Lebersymptome, wie verlängerten Neugeborenenikterus, Hyperbilirubinämie, erhöhte Transaminasen oder Hepatosplenomegalie. Ca. 20 % aller Patienten über 50 Jahre mit einem Mangeltyp ZZ leiden an einer Leberzirrhose.

Genetik

Der Alpha1-AT-Mangel wird autosomal rezessiv vererbt. Im Gen PI1 (protease-inhibitor 1) auf Chromosom 14q32.1 sind bislang über 70 verschiedene Mutationen bekannt, die auch den verschiedenen serologischen Mangeltypen entsprechen.

In Mitteleuropa liegt bei ca. 92 % der Normalbevölkerung der Genotyp PI-MM vor. Ca. 7 % der Bevölkerung weisen auf einem Allel einen Mangeltyp (PI-MS oder PI-MZ) oder ein stummes Allel (PI-MO) auf, was nur selten mit einer relevanten Symptomatik bzgl. Lunge oder Leber verknüpft ist. Weniger als 1 % der Bevölkerung weisen Mutationen auf beiden Allelen auf, wobei es vor allem bei homozygotem Vorliegen des ZZ-Allels zur klinischen Manifestation der Erkrankung kommt.

Häufigkeit
  • Homozygotie PI-ZZ: 1 : 6 000 bis 1 : 7 000
  • Heterozygotie PI-MZ: 2-5 % der Normalbevölkerung
Indikation
  • O. g. Symptomatik
  • Familiäre Belastung mit Alpha1-Antitrypsinmangel
Methodik SNaPshot oder Restriktions-Fragmentlängen-Polymorphismus-Analyse

Methoden zur Detektion bzw. Quantifizierung von Einzelnukleotidpolymorphismen (SNPs) / Mutationen


Sequenzanalyse, Hotspots

Sequenzanalyse der häufigen Mutationen eines Gens, z.B. als 1. Stufe einer Stufendiagnostik


Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.