1989

Epilepsie (GRIN2A-assoziiert)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

GRIN2A-Mutationen sind im Zusammenhang mit unterschiedlichen neurokognitiven Phänotypen beschrieben, spielen aber eine besondere Rolle bei Epilepsien, die mit einer Störung der Sprachentwicklung einhergehen (Epilepsie-Aphasie-Spektrum). Sie wurden beschrieben bei Patienten mit Epilepsie mit kontinuierlich Spike-Wave-Entladungen im Schlaf (CSWS), Landau-Kleffner Syndrom (LKS), atypischer Rolando-Epilepsie, fokaler Epilepsie mit Sprachstörung mit oder ohne Intelligenzminderung, sowie früh-einsetzender epileptischer Enzephalopathie. Bei Patienten des Epilepsie-Aphasie-Spektrums wurden GRIN2A-Mutationen bei bis zu 20% der Betroffenen gefunden.

Mutationen des GRIN2A-Gens stören die Funktion der exzitatorischen NMDA-Rezeptoren des Gehirns, so dass es zu vermehrten elektrischen Entladungen kommt.  NMDA-Rezeptoren stellen als Proteine der synaptischen Signalübertragung  wichtige molekulare Komponenten für die Lern- und Gedächtnisleistung des Gehirns dar. Es handelt sich um Neurotransmitter- (Glycin und Glutamat) und Spannungs- (Membranpotential-) gesteuerte Ionenkanäle, die als Tetramere aus jeweils zwei Glycin- (GluN1) und zwei Glutamat- (GluN2)-bindenden Untereinheiten bestehen. Das GRIN2A-Gen (Chromosom 16p13.2) kodiert für die Glutamat-bindende Rezeptoruntereinheit GluN2A (N-Methyl-D-Aspartat). Unterschiedliche Mutationstypen (missense-, trunkierende Mutationen), die verschiedene Proteindomänen betreffen, sind für das GRIN2A-Gen beschrieben, wobei bislang nur für wenige Mutationen funktionelle Daten zur Verfügung stehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass für spezielle gain-of-function-Mutationen des GRIN2A-Gens, die zu einer verlängerten Kanalöffnungszeit und damit zu einer vermehrten exzitatorischen Aktivität des Rezeptors  führen, ein therapeutischer Effekt über eine Inhibition der Glutamat-Rezeptoren bestehen könnte (Pierson TM, et al. Ann Clin Transl Neurol. 2014; 1:190–198).

Genetik

Mutationen im GRIN2A-Gen folgen einem autosomal-dominanten Erbgang. Sie wurden als de novo Mutationen bei sporadischen Patienten beschrieben, aber auch in Familien, wobei die Mutation teilweise von einem Elternteil ererbt wurde, der einen unterschiedlichen oder auch fehlenden Epilepsie-Phänotyp aufwies.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.