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Familiäre hemiplegische Migräne Typ 2 (FHM2)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Die familiäre hemiplegische Migräne (FHM) ist den diagnostischen Kriterien gemäß eine Migräne mit Aura bei positiver Familienanamnese (mindestens ein erstgradig Verwandter mit gleichartigen Attacken), wobei die Aura charakteristischerweise eine variabel ausgeprägte Hemiparese beinhaltet. Diese kann prolongiert – sogar über die Kopfschmerzattacke hinaus – bestehen. Andere fokal neurologische Symptome im Rahmen der Aura können Sehstörungen (Flimmerskotom, Hemianopsie), Sensibilitätsstörungen (wandernde Par- und Hypästhesien) oder Sprachstörungen sein. Vigilanzstörungen (von leichten Verwirrtheitszuständen bis hin zum Koma reichend) oder seltener psychiatrische Auffälligkeiten wurden ebenfalls beobachtet. Kernspintomographisch wurden insbesondere cerebelläre Auffälligkeiten (Vermisatrophie in einigen FHM1 Familien) beschrieben. Die rezidivierenden Migräneattacken können bereits in der ersten bis zweiten Lebensdekade einsetzen. Die individuelle Ausprägung der Symptome kann auch innerhalb einer betroffenen Familie deutlich variieren.

Die FHM2 wird durch Mutationen im Gen ATP1A2 verursacht. Neben dem klassischen Phänotyp einer FHM wurden Patienten bzw. Familien mit ATP1A2-Mutationen beschrieben, die ein schwereres Krankheitsbild mit zusätzlichen Symptomen wie einer Epilepsie, rekurrierenden oder durch leichte Traumen oder Angiographien ausgelösten Koma-Zuständen, Ataxie oder auch einer mentalen Retardierung zeigten. Auch bei einzelnen Patienten mit Basilarismigräne wurden ATP1A2-Mutationen identifiziert.

Genetik

Die FHM2 wird autosomal dominant vererbt. Das Gen ATP1A2 ist auf Chromosom 1q23 lokalisiert. Eine leicht reduzierte Penetranz (87 %) wurde bei familiärer Häufung der FHM2 beobachtet.

Häufigkeit

Selten, jedoch bis zu 13 % der sporadischen hemiplegischen Migräne

Indikation
  • Identifizierung der krankheitsverursachenden Mutation in betroffenen Familien
  • Abklärung einer Neumutation in sporadischen Fällen
Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.