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Frühkindliche epileptische Enzephalopathie

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Kinder mit Mutationen im Gen CDKL5 fallen durch das Auftreten einer infantilen Epilepsie innerhalb der ersten 3 Lebensmonate auf. Neben der Epilepsie zeigen diese Kinder eine muskuläre Hypotonie und wenig Augenkontakt. In diesem frühen Stadium kann das interiktale EEG normal sein.

Die Entwicklung der Epilepsie zeigt bei Kindern mit einer CDKL5-Mutation folgende Stadien:

Stadium I frühe Epilepsie
  • Tonisch/klonische Anfälle; oft kurze, weniger als eine Minute andauernde Episoden, im Durchschnitt 2-5 mal pro Tag, oft mit noch normalem EEG
Stadium II epileptische Enzephalopathie
  • Es zeigen sich neben infantilen Spasmen tonische Anfälle. Das EEG ist pathologisch. Die Kinder sind profund retardiert, haben eine schwere Hypotonie und zeigen keine sprachliche oder visuelle Interaktion. Entwicklungsfortschritte sind ebenfalls nicht festzustellen. Unter medikamentöser Therapie zeigen einige Patienten eine Besserung der Spasmen bzw. der Anfälle, ebenso kann ein Entwicklungsfortschritt festgestellt werden.
Stadium III späte multifokale und myoklone Epilepsie
  • In diesem Stadium kann man zwei Gruppen von Patienten unterscheiden. Entweder zeigt sich unter medikamentöser Therapie eine Abnahme der Anfallsfrequenz und eine Verbesserung des EEGs oder im ungünstigeren Fall eine therapieresistente, multifokale und myoklone Epilepsie

In der anfänglichen Literatur wurden Kinder mit einer Mutation in CDKL5 mit dem klinischen Bild eines Rett-Syndroms gleichgesetzt. Jetzt weiß man, dass das Epilepsiemuster sich doch sehr von dem der Rett-Patienten unterscheidet. Letztere zeigen nur in 50-80 % der Fälle eine Epilepsie, deren Anfang meist in das pseudostationäre Stadium (3.-10. Lebensjahr) fällt. Motorische Auffälligkeiten wie Zittern, Zupfen, Lachen oder Hyperventilieren zeigen Kinder mit CDKL5-Mutationen nicht. Lediglich Kinder mit der Hanefeld-Variante des Rett-Syndroms zeigen eine CDKL5-ähnliche Epilepsie.

Genetik

Das Gen CDKL5 liegt auf Chromosoms Xp22 und besteht aus 20 kodierenden und 3 nicht kodierenden Exons. Funktionell ist es möglicherweise an der Regulation von MECP2 beteiligt. Die meisten in der Literatur beschriebenen Fälle sind Mädchen. Daher ist am ehesten von einem X-chromosomal dominanten Erbgang auszugehen.

Indikation

O. g. Symptomatik

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.