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Gorlin-Syndrom

Untersuchte Gene

Synonyme

Basalzellnävus-Syndrom

Klinische Symptomatik

Das klinische Erscheinungsbild des Gorlin-Syndrom oder Basalzellnävus-Syndrom (engl. Basal Cell Nevus Syndrome; BCNS) ist durch das Auftreten multipler Basaliome (Manifestation ab der 3. Dekade) und / oder multipler Keratozysten (bei ca. 75 % der Patienten ab der 2. Dekade) charakterisiert. Es können aber schon in der Jugend mehrere hundert Basaliome auftreten. Desweiteren finden sich kutane Veränderungen (Milien, Lipome und Fibrome). Ungefähr 60 % der Patienten zeigen darüber hinaus ein charakteristisches Erscheinungsbild, das u.a. Makrozephalie, Hypertelorismus, eine breite Nase und Stirnhöcker umfasst. In der Literatur ist zusätzlich ein breites Spektrum weiterer Entwicklungsdefekte beschrieben wie muskulo-skelettäre Malformationen im Bereich der Wirbelsäule und der Rippen, Augenveränderungen (Blindheit, kongenitaler Katarakt, Strabismus), neurologische Veränderungen (Verkalkungen der Falx cerebri in mehr als 90 % der betroffenen Patienten im Alter von 20 J., kongenitaler Hydozephalus, Lernschwierigkeiten) sowie eine Assoziation mit Neoplasmen innerer Organe (Medulloblastom bei ca. 5 % der Patienten, selten Ovarialkarzinome, Fibro- und Rhabdomyosarkome).

Diagnosekriterien

Das Basal Cell Nevus Syndrom (BCNS) wird klinisch durch das Auftreten von zwei der folgenden Hauptsymptome und eines Nebensymptoms (bzw. der Kombination eines Hauptsymptoms und dreier Nebensymptome) diagnostiziert [Evans et al 1993].

Obwohl die meisten Betroffenen eine typische Facies aufweisen, ist die Messung des Kopfumfangs und die Untersuchung der Haut auf Basalzellkarzinome (BCC), Naevi, Milien und plantare / palmare Pits für die klinische Diagnose zusätzlich notwendig.

Hauptsymptome
  • Kalzifizierung des Falx cerebri: Bei fast allen Patienten im anteposterioren Röntgen ab dem 20. LJ nachweisbar
  • Kiefer-Keratozysten: Histologisch odontogene Keratozysten, Zahnverlust schon in der Jugend möglich
  • Palmare/Plantare Pits: Punktförmige Gruben der Palmoplantarhaut
  • Multiple Basalzellkarzinome: > 5 (Lebenszeit) oder ein Basalzellkarzinom vor dem 30. LJ
  • Verwandter ersten Grades mit BCNS
Nebensymptome
  • Medulloblastom in der Kindheit, sog. primitive neuroectodermal tumor (PNET)
  • Pleurale Zysten
  • Makrozephalie (OFC > 97. Perzentile)
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • Abnormalitäten der Wirbelsäule / Rippen
  • Preaxiale oder postaxiale Polydaktylie
  • Fibrome des Herzens und / oder Ovarialfibrome
  • Augenveränderungen (Blindheit, kongenitaler Katarakt, Strabismus)

Genetik

Das Basalzellnävus-Syndrom folgt einem autosomal dominanten Erbgang. Keimbahnmutationen im Gen PTCH1 (Chromosom 9q22.32) sind in bis zu 85 % aller klinisch diagnostizierten BCNS-Patienten nachweisbar (70-80 % von einem Elternteil vererbt, 20-30 % de novo Mutationen). Die Penetranz liegt bei nahezu 100 %, jedoch zeigt sich eine variable intra- und interfamiliäre Expression des Krankheitsbildes. PTCH1 besteht aus 23 Exons und kodiert für ein Tumor Supressor Protein im sonic-hedgehog pathway. PTCH1 ist ein integrales Membranprotein und fungiert als Rezeptor für SHH (secreted factor sonic hedgehog).

Indikation

V. a. Basalzellnävus-Syndrom bzw. Gorlin-Syndrom entsprechend der o.g. Diagnosekriterien.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.