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Hereditäre Diffuse Leukenzephalopathie mit Sphäroiden (HDLS)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Hereditäre Diffuse Leukencephalopathie mit Sphäroiden (HDLS) ist eine hereditäre Leukodystrophie, die sich klinisch mit einer unterschiedlichen neurologischen Symptomatik manifestieren kann. Die Patienten können eine Spastik, Ataxie, Demenz, epileptische Anfälle oder ein Parkinson-Syndrom entwickeln. Teilweise wurde die Erkrankung zunächst als Multiple Sklerose, cerebrale Mikroangiopathie, Alzheimer- oder Frontotemporale Demenz fehlinterpretiert. Die Erstmanifestation der HDLS liegt typischerweise in der vierten Lebensdekade, kann aber vom späten Jugend- bis ins hohe Erwachsenenalter variieren.

Im cMRT sind initial fleckförmige asymmetrische Aufhellungen der weißen Substanz erkennbar, die im Verlauf konfluieren, symmetrisch erscheinen und mit einer frontal und parietal betonten Kortexatrophie einhergehen.

Bei den meisten Fällen liegt eine positive Familienanamnese vor, es sind jedoch auch einige sporadische Patienten beschrieben.

Definiert wurde die HDLS über neuropathologische Veränderungen in der Hirnbiopsie, die insbesondere einen ausgedehnten Myelinverlust und axonale Schädigungen mit fokalen Auftreibungen („axonale Sphäroide“) beinhalten. Auch bei einer neuropathologisch abgrenzbaren, seltenen neurodegenerativen Erkrankung, der POLD (Pigmented orthochromatic leukodystrophy), wurden kürzlich Mutationen im gleichen Gen (CSF1R) wie bei der HDLS beschrieben.

Genetik

Mutationen im Gen CSF1R (colony-stimulating factor 1 receptor) auf Chromosom 5q32 wurden im Jahr 2012 erstmals als Ursache einer HDLS beschrieben. Seitdem sind zahlreiche weitere Mutationen beschrieben worden. Neben Frameshift- und Splicesite-Mutationen handelt es sich oft um Missense-Mutationen innerhalb der Tyrosinkinase-Domäne, die zu einem Verlust der Autophosphorylation führen.

Die Erkrankung wird autosomal dominant vererbt, wobei das Alter bei Erstmanifestation auch innerhalb einer Familie sehr variabel sein kann.

Indikation
  • Bei einem erwachsenen Patienten mit progressiver neurologischer Symptomatik und ungewöhnlichen Veränderungen der weißen Substanz sollte - auch bei unauffälliger Familienanamnese - an eine HDLS und Mutationen im Gen CSF1R gedacht werden.
  • Prädiktive Diagnostik in betroffenen Familien nur nach genetischer Beratung
Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.