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Hereditäre Motorisch-Sensible Neuropathie Typ 1 (HMSN1, CMT1A)

Untersuchte Gene

Synonyme

Charcot-Marie-Tooth Neuropathie, CMT1A

Klinische Symptomatik

Die HMSN Typ 1 (CMT1A) ist die häufigste unter den neurogenen Muskelatrophien, zeigt jedoch klinische und genetische Heterogenität:
  • HMSN1 manifestiert sich fast immer bis zum 30. Lebensjahr
  • Langsam progrediente, symmetrische und demyelinisierende Neuropathie
  • Symmetrische atrophisierende Paresen beginnend an der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur („Storchenbeine")
  • Im weiteren Verlauf Lähmungen der oberen Extremität
  • Muskeleigenreflexe erlöschen häufig vor der Manifestation der Lähmungen
  • Schmerzhafte Dysästhesien und vasomotorische Beeinträchtigung
  • Wesentliches Kriterium: Nervenleitgeschwindigkeit (N. medianus mot. < 38 m/s)
  • Träger einer PMP22-Duplikation können in seltenen Fällen nahezu symptomfrei sein
  • Einem Karpaltunnel-Syndrom kann eine HNPP/HMSN zugrunde liegen

Genetik

Bei ca. 50 % der Patienten mit klinisch gesicherter HMSN1A (CMT1A) liegt eine Tandem-Duplikation von 1,4 Megabasenpaaren auf Chromosom 17p11.2p12 zugrunde, die den Genort für PMP22 (peripheres Myelinprotein 22) umfasst. Die dadurch verursachte Überexpression von PMP22 ist ursächlich für eine HMSN1/CMT1A. Diese CMT1A-Duplikation wird autosomal dominant vererbt, kann aber auch durch ein ungleiches Crossing-over neu entstehen. Seltener wird die CMT1A durch Punktmutationen in PMP22 verursacht, wobei die neurologischen Beschwerden eher ausgeprägter sind als bei der typischen CMT1A-Duplikation.

Die hereditäre Neuropathie mit Drucklähmungen (hereditary neuropathy with liability to pressure palsies, HNPP) wird durch eine reziproke Deletion der CMT1A-Region verursacht. Der Phänotyp kann einer HMSN1A gleichen.

Weitere Genorte und Gene sind nahezu auf jedem Chromosom zu finden (siehe Einleitung zur HMSN und dortige Tabellen) und werden in den folgenden Abschnitten erläutert.

Häufigkeit

1 : 2 500 - 7 : 100 000

Indikation

O. g. HMSN Symptomatik, besonders bei familiärer Belastung

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.