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Loeys-Dietz-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Das Loeys-Dietz-Syndrom (LDS) ist eine Bindegewebserkrankung, die typischerweise mit kardiovaskulären und Skelettveränderungen einhergeht. Das klinische Erscheinungsbild kann sehr variabel sein.

Kardiovaskuläre Befunde: Mehr als 95% der Betroffenen weisen eine Dilatation der Aortenwurzel auf. Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Aortendissektion. Der Verlauf der Aortendilatation ist im Vergleich zu anderen syndromalen und nicht-syndromalen Aortendilatationen evtl. aggressiver, so dass ggf. bereits frühzeitig die Indikation zur Operation zu stellen ist. Neben den Aortenaneurysmen können auch Dilatationen anderer Arterien (auch intrakraniell)  vorliegen. Weitere kardiovaskuläre Befunde beim LDS können ein Mitralklappenprolaps oder angeborene Herzfehler sein.

Skelettale Befunde: Häufig sind Pectus-Deformitäten (Pectus excavatum oder carinatum) und eine Skoliose. Die Patienten haben eine Arachnodaktylie, im Bereich der Finger können auch Kontrakturen vorliegen. Im Gegensatz dazu sind die großen Gelenke oft hypermobil. Weiterhin können Fußfehlstellungen (z.B. Klumpfuß, Pes planus) vorliegen. Ein ausgeprägter Großwuchs liegt meist nicht vor.

Patienten mit LDS haben fast immer entweder eine gespaltene Uvula oder Gaumenspalte. Zusätzlich kann ein weiter Augenabstand und eine Kraniosynosthose (v.a. Sagittalnaht) vorliegen. Die Haut erscheint häufig durchscheinend, es besteht eine Hämatomneigung. Im Gegensatz zu Patienten mit Marfan-Syndrom, zu dem das LDS viele Überschneidungen zeigt, haben Patienten mit LDS keine wegweisenden ophthalmologischen Symptome (insbesondere keine Linsenluxation, keine hochgradige Myopie).

Historisch wurden ein LDS Typ I (kardiovaskuläre, skelettale, kutane und kraniofaziale Beteiligung) und ein LDS Typ II (kardiovaskuläre, skelettale und kutane Beteiligung) unterschieden. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass es sich dabei um ein kontinuierliches Spektrum des gleichen klinischen Krankheitsbildes handelt.

Genetik

Ursächlich sind Mutationen in den Genen TGFBR1 (ca. 20%) und TGFBR2 (ca. 70%). Diese Gene kodieren für die TGF-b-Rezeptoren Typ I und II. Der Phänotyp wird (ähnlich wie beim Marfan-Syndrom) durch eine erhöhte TGF-b-Signalweg-Aktivität verursacht; bei den kausalen Mutationen handelt es sich daher in aller Regel nicht um Nonsense- oder Frameshift-Mutationen. Der Phänotyp der Patienten mit TGFBR1- und TGFBR2-Mutationen unterscheidet sich klinisch nicht.

Weiterhin konnten bei wenigen Patienten mit Loeys-Dietz-Syndrom bzw. LDS-ähnlichem Phänotyp Mutationen in den Genen TGFB2 (~1%) und SMAD3 (~5%) identifiziert werden. Auch Mutationen in diesen beiden Genen verursachen eine Verstärkung des TGF-b-Signalweges. Bei diesen Patienten wurden bisher keine Kraniosynosthosen beobachtet. Weiterhin kann der Phänotyp bei TGFB2-Mutationen sehr mild ausgeprägt sein.

Häufigkeit

Nicht bekannt.

Indikation

V. a. Loeys-Dietz-Syndrom bzw. hereditäre Aortendilatation; Differentialdiagnose Marfan-Syndrom.

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.