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MEF2C-assoz. mentale Retardierung mit Epilepsie, Hyperkinesie u./od. Hirnfehlbildungen

Untersuchte Gene

Synonyme

Mikrodeletions-Syndrom 5q14.3

Klinische Symptomatik

Mutationen und Deletionen des Gens MEF2C verursachen phänotypisch eine Entwicklungsverzögerung mit variablen Begleitbefunden. Neben den Entwicklungsauffälligkeiten kann eine Epilepsie auftreten; diese kann sowohl bereits infantil beginnen als auch erst im Verlauf der Kindheit auftreten. Auch Fieberkrämpfe wurden beschrieben. Weiterhin haben viele Kinder Bewegungsauffälligigkeiten im Sinne einer Dystonie, Hyperkinesien oder Stereotypien. Die Sprachentwicklung ist deutlich beeinträchtigt. Das Verhalten der Betroffenen wird oft als fröhlich beschrieben; auch autistische Verhaltensweisen können vorkommen. Weitere Symptome sind eine gestörte gastrointestinale Motilität (z.B. Refluxerkrankung).

MEF2C-Mutationen verursachen keine ausreichend typische faziale Dysmorphie, allerdings fällt bei den Kindern in der Regel eine hypotone Fazies auf. Mutationen im Gen MEF2C führen zu einer klinischen Überlappung mit dem Phänotyp eines Rett-, Angelman-ähnlichen oder Pitt-Hopkins-Syndroms und dienen als Differentialdiagnose.

Genetik

Das Gen MEF2C liegt auf Chromosom 5q14.3. Die Mikrodeletion 5q14.3, die das Gen MEF2C enthält, wurde primär durch die Array-CGH als häufigeres Mikrodeletionssyndrom identifiziert. In weiterführenden Untersuchungen konnten auch bei Patienten mit überlappendem klinischen Phänotyp ohne Mikrodeletion intragenische Mutationen im Gen MEF2C nachgewiesen werden. MEF2C kodiert für einen Transkriptionsfaktor (MADS BOX TRANSCRIPTION ENHANCER FACTOR 2) und spielt in zahlreichen Differenzierungs- und Entwicklungsprozessen eine Rolle, u.a. bei der Gehirnentwicklung.

Indikation

Entwicklungsstörung mit ausgeprägter Sprachentwicklungsverzögerung, Bewegungs-auffälligkeiten, Epilepsie. Differentialdiagnose z.B. zum Angelman-Syndrom, Rett-Syndrom, Pitt-Hopkins-Syndrom.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.