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Menkes-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Das Menkes-Syndrom ist eine Kupferstoffwechselstörung, welche schon sehr früh mit einer cerebralen Degeneration einhergeht. Laborchemisch fallen sehr niedrige Serumkupferspiegel im Blut und niedrige Coeruloplasminspiegel auf.

Die meist frühgeborenen Jungen entwickeln sich in den ersten 6-12 Wochen normal,  zeigen dann bereits häufiges Erbrechen, Fütterungsprobleme, sowie eine Gedeihstörung. Begleitend können eine Hypothermie und eine Hyperbilirubinämie auftreten. Weitere klinische Merkmale sind apathisches Verhalten, eine Hypotonie, sowie generalisierte therapieresistente Anfälle.

Diagnoseweisend ist das auffällig schüttere Haar, welches äußerst brüchig und somit vor allem an den Auflagestellen sehr kurz ist. Die mikroskopische Untersuchung ergibt eine korkenzieherartige Struktur (pili torti). Es besteht eine deutlich erniedrigte Lebenserwartung.

Faziale Auffälligkeiten
  • Pastöse Haut
  • Volle Wangen
  • Eingesunkene Nasenwurzel
  • Epikanthus medialis
Skelettauffälligkeiten
  • Metaphyseale Auftreibungen
  • Osteoporose
Weitere Auffälligkeiten
  • Cutis laxa
  • EEG-Veränderungen mit multifokalen Spikes und Hypsarrhythmien
  • VEP und AEP auffällig
  • Mikrozephalie
  • der Augenhintergrund zeigt Turtuositas vasorum
  • Gefäße von Gehirn, Eingeweiden und Weichteilen korkenzieherartig geschlängelt
  • Subduralblutungen
  • Häufige Harnwegsinfektionen
  • Nabelhernien

OHS (Okzipitalhorn-Syndrom)

Das OHS stellt eine milde Verlaufsform des Menkes-Syndroms dar. Charakteristischerweise kann man beim OHS Exostosen am Hinterkopf entweder röntgenologisch oder durch Ertasten nachweisen. Es besteht eine Hypermobilität der Gelenke und eine Osteoporose. Die Patienten haben wiederholt Harnwegsinfekte (Blasen- und Ureterdivertikel), und Verdauungsprobleme (Diarrhoe). Des Weiteren zeigen sich orthostatische Synkopen. Neurologische Symptome sind unterschiedlich und oft nur leicht ausgeprägt, nicht selten besteht ein leichtes intellektuelles Defizit. Das mittlere Diagnosealter beträgt 5-10 Jahre.

ATP7A-abhängige motorische Neuropathie

Der Krankheitsbeginn dieser Neuropathie liegt typischerweise im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt. Es kommt zu Schwächen der distalen Muskulatur in Händen und Füßen. In manchen Fällen zeigt sich eine Schwäche der proximalen Beinmuskulatur. Der Achillessehnenreflex kann abgeschwächt sein. Sensorisch können milde Ausfälle an Zehen und Fingern vorliegen.

Serum-Konzentration von Kupfer und Coeruloplasmin

Serum-Konzentration Menkes-Syndrom Okzipitalhorn-Syndrom ATP7A-abhängige Neuropathie Normwert
Kupfer 0 -55 µg/dl 40 - 80 µg/dl 80 - 100 µg/dl 70 - 150 µg/dl
Coeruloplasmin 10 - 160 mg/l 110 - 240 mg/l 240 - 310 mg/l 200 - 450 mg/l

Genetik

Das Menkes-Syndrom, das OHS und die ATP7A-abhängige Neuropathie werden X-chromosomal rezessiv vererbt und zeigen Mutationen im Gen ATP7A. Dieses Gen kodiert eine ATPase, welche den Kupfertransport durch Membranen steuert. ATP7A ist auf Chromosoms Xq13 lokalisiert und umfasst 23 Exons. In ca. 80 % der Fälle zeigen sich Mutationen, in weiteren 15 % der Fälle liegt eine Deletion/Duplikation mehrerer Exons von ATP7A vor.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.