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Mikrodeletion Xp22.33, SHOX

Klinische Symptomatik

Die Diagnose eines Minderwuchses (Maße unter der 3. Perzentile) wird bei etwa 2% aller Kinder gestellt. Minderwuchs kann eine Reihe von verschiedenen genetischen Ursachen haben. Ein Gen, das bei Minderwuchs deletiert oder mutiert sein kann, ist das Gen SHOX (short stature homeobox containing gene), dessen Fehlen auch beim Ullrich-Turner Syndrom für den Minderwuchs verantwortlich gemacht wird. Eine Punktmutation oder Deletion des Gens SHOX führt zum sog.  Leri-Weill Syndrom und zu einem disproportionierten Minderwuchs mit Mesomelie (Verkürzung der Extremitäten). Häufig findet sich hier auch eine Madelung-Deformität (Bajonett-Stellung des Handgelenkes) welche aber meist erst nach der Pubertät sichtbar wird. Der klinische Phänotyp kann innerhalb einer Familie stark variieren. Eine Mutation in beiden Genkopien führt zum Langer-Syndrom und führt zu einer schweren Form einer Mesomelie mit deutlicher Verkürzung der Extremitäten. Bei Patienten mit unklarem Minderwuchs ist in ca. 4% eine SHOX-Mutation nachweisbar. In 75% der Fälle handelt es sich um Deletionen, bei weiteren 25% liegt eine Punktmutation vor.

Genetik

SHOX liegt auf dem kurzen Arm des X-Chromosoms und auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms, jeweils in der pseudoautosomalen Region 1 (PAR1). Die pseudoautosomale Region der Geschlechtschromosomen unterliegt nicht der Inaktivierung, so dass auf diesem Wege sichergestellt ist, dass sowohl bei Frauen als auch bei Männern jeweils zwei aktive Genkopien vorliegen.

Methodik
MLPA
Multiplex ligation dependent probe amplification, Kopienzahlanalyse einzelner Exons eines Gens
Material

2-4 ml EDTA-Blut

Dauerbini hchdasd

3-6 Wochen