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Multiple Endokrine Neoplasie Typ1 (MEN1)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Für die Multiple Endokrine Neoplasie Typ1 (MEN1) ist das Auftreten einer variablen Kombination von mehr als 20 endokrinen sowie nicht-endokrinen Tumoren charakteristisch. Endokrine Tumore, die durch die Überproduktion von Hormonen evident werden, sind parathyroide Tumore (alle Patienten sind bis zum 50. LJ. davon betroffen), Hypophysentumore, differenzierte Tumore des Gastrointestinaltraktes bzw. des Pankreas, neuroendokrine Tumore und adrenocortikale Tumore. Die nicht-endokrinen Tumore umfassen Angiofibrome (im Gesicht), Collagenome, Meningiome, Ependymome und Leiomyome. Parathyroide Tumore, die häufigste mit MEN1 assoziierte Endokrinopathie, manifestieren sich als Hypercalzämie und können im Verlauf Lethargie, Depressionen, Anorexie, Obstipation, Erbrechen, Diurese, Dehydrierung, Bluthochdruck und verkürzte QT-Intervalle verursachen.

Die MEN1 kann durch unterschiedliche endokrine und nicht-endokrine Tumore gekennzeichnet sein. Von einer MEN1 kann ausgegangen werden, wenn zwei der drei folgenden endokrinen Tumore in einem Patienten aufgetreten sind:

Endokrine Tumore, die mit MEN1 assoziiert sind
  • Nebenschilddrüse: primärer Hyperparathyroidismus (PHPT) mit Hypercalzämie resultierend aus einer Überproduktion von Parathormon.
  • Hypophysentumore: Prolaktinom, das sich als Oligomenorrhoe/Amenorrhoe bei Frauen manifestieren kann. Bei Männern tritt in seltenen Fällen eine Gynäkomastie auf.
  • Differenzierte endokrine Tumore des Gastrointestinaltraktes: Diese Tumore können manifest werden als (in absteigender Häufigkeit):
    • Zollinger-Ellison Syndrom (ZES) verursacht durch einen Gastrin-sekretierenden Tumor (Gastrinom)
    • Hypoglycämie aufgrund eines Insulin-sekretierenden Pankreas Tumors
    • Hyperglycämie, Anorexie, Glossitis und Anämie aufgrund eines Glucagon-sekretierenden Pankreas Tumors
    • WDHA Syndrom (Watery Diarrhea Hypokalemia und Achlorhydria)
Nicht-endokrine Tumore, die mit MEN1 assoziiert sind, umfassen:
  • Haut: In bis zu 88 % der MEN1 Patienten treten multiple Angiofibrome in Gesicht und in 72 % Collagenome auf. Café-au-lait Flecken werden in 38 % der MEN1 Patienten beobachtet, Lipome in 34 %.
  • CNS: Meningiome und Ependymome werden selten beobachtet
  • Leiomyome: selten

Genetik

MEN1 folgt einem autosomal dominanten Erbgang. In bis zu 90 % der Fälle, in denen ein dringender V.a. MEN1 ausgesprochen wurde, lassen sich Keimbahnmutationen im Gen MEN1 (Chromosom 11q13 nachweisen (90 % vererbte Mutationen, 10 % de novo Mutationen). Die Penetranz liegt bei 100 %, bis zum 50. LJ einen parathyroiden Tumor zu entwickeln. MEN1 kodiert für das 615 Aminosäuren lange Protein Menin, das als Transkriptionsrepressor wirkt und als Tumorsuppressor eingestuft wird.

Indikation

Endokrine Tumore entsprechend o. g. Symptomatik

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.