1644

Pankreaskarzinom (FPC)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Die Inzidenz des duktalen Adenokarzinom des Pankreas (PC) beträgt in Deutschland ca. 1 : 10 000. Neben exogenen Risikofaktoren, in erster Linie Rauchen, sind auch genetische Ursachen Auslöser für PC. Bei ca. 3 % aller duktalen Pankreaskarzinome (PC) liegt eine genetische Prädisposition zu Grunde. Diese erblichen Formen lassen sich dabei in drei Entitäten unterteilen:

1. Mit ca. 70 % am häufigsten ist das Familiäre Pankreaskarzinomsyndrom (FPC), für das bislang jedoch kein Hauptgenort bekannt ist. Keimbahnmutationen in PALB2 verursachen neben Brustkrebs auch PC und werden für einen Teil der FPC verantwortlich gemacht

2. Hereditäre Pankreatitis verursacht durch Mutationen in den Genen PRSS1, SPINK1 und CFTR

3. Tumorsyndrome, welche mit einem erhöhten Risiko für PC assoziiert sind (z. B. Peutz-Jeghers-Syndrom, familiäres atypisches multiples Muttermal- und Melanom (FAMMM)-Syndrom, Li-Fraumeni-Syndrom, hereditäres Brust- und Ovarialkarzinom (HBOC)-Syndrom).

Genetik

Das Gen PALB2 (partner and localizer of BRCA2; auch als FANC-N bekannt) liegt auf Chromosom 16p12.1 und besteht aus 13 kodierenden Exons. Es ist als Partner von BRCA2 u.a. an DNA-Reparaturvorgängen beteiligt.

Mutationen in PALB2 sind mit einer Risikoerhöhung für PC (Jones et. al., Science; 2009) und Brustkrebs (ca. 4-fache Risikoerhöhung) beschrieben. Biallelische PALB2-Keimbahnmutationen sind mit Fanconi Anämie Subtyp N sowie verschiedenen Tumorerkrankungen bei Kindern assoziiert. Der bisher am häufigsten identifizierte Gendefekt beim FPC sind Keimbahnmutationen im Gen BRCA2 (eines der beiden Gene für Brustkrebs und funktioneller Partner des PALB2-Proteins). Es konnten jedoch in lediglich 6 % aller FPC-Familien BRCA2-Keimbahnmutationen gefunden werden.

Indikation
  • Zwei (oder mehr) Verwandte ersten Grades mit histologisch gesichertem PC
  • Drei (oder mehr) Verwandte zweiten Grades mit histologisch gesichertem PC, davon mindestens eine Person bei Erkrankung unter 50 Jahre
Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.