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Rett-Syndrom, congenitale Variante

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Mutationen des Gens FOXG1 wurden kürzlich bei CDKL5/MECP2-negativen Patienten beschrieben, die klinisch meist eine congenitale Variante des Rett-Syndroms zeigten.

Anhaltende Hypotonie, Ernährungsstörungen, Reaktionsarmut bei mangelhaftem Augenkontakt und Irritabilität mit Schreiattacken kennzeichnen betroffene Kinder in den ersten Lebensmonaten. Im Verlauf entwickelt sich eine ausgeprägte Mikrozephalie (bis zu -3 SD) und häufig eine Epilepsie. Im MRT können eine Hypomyelinisierung, symplifizierte Gyrie und eine Balkenhypoplasie oder -aplasie vorliegen. Die psychomotorische Entwicklung verläuft äußerst verlangsamt, Sprache und sinnvolle Handbewegungen werden in der Regel nicht erlernt, Stereotypien der Hände (weniger Handwaschbewegeungen als mehr das Ziehen an den Händen und „Pillendrehen") und Dyskinesien sind häufig, die meisten Patienten weisen einen Strabismus auf.

An dieses Krankheitsbild sollte bei Kindern mit schwerer Enzephalopathie, Mikrozephalie und einer Teilsymptomatik des Rett-Syndroms gedacht werden, dies betrifft im Falle des FOXG1-Gens nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen.

Genetik

Forkhead box G1 (FOXG1) ist ein Transkriptionsfaktor, der essentiell für die Entwicklung der Großhirnrinde ist, wo er die Proliferation von Progenitorzellen fördert und eine vorzeitige neurogene Differenzierung hemmt. Das kodierende Gen FOXG1 ist auf Chromosom 14q13 lokalisiert.

Indikation

Kinder mit schwerer Enzephalopathie, Mikrozephalie und einer Teilsymptomatik des Rett-Syndroms

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.