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Von-Hippel-Lindau-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Das Von Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) ist durch Hämangioblastome des Gehirns, Rückenmarks und der Retina sowie durch Nieren- und Pankreaszysten, klarzellige Nierenkarzinome, Phäochromozytome und endolymphatische Tumore gekennzeichnet. Die cerebellären Hämangioblastome können mit Kopfschmerz, Ataxie und Gangunsicherheit einhergehen. Hämangioblastome des Auges, oft das initiale Symptom, können unbehandelt zum Erblinden führen. Nierenzellkarzinome treten bei ca. 40 % aller VHL-Patienten auf. Die Phäochromozytome bleiben oft asymptomatisch, können jedoch zu ständigem oder episodischem Bluthochdruck führen. Seltener sind endolymphatische Sack- (Felsenbein) Tumore, die das Hörvermögen variabel beeinträchtigen.

Genetik

Das Gen VHL liegt auf Chromosom 3p26 und besteht aus 3 Exons. Das VHL-Protein ist Teil eines Proteinkomplexes, der Ubiquitin-Ligase Aktivität besitzt und an der Degradation bestimmter Transkriptionsfaktoren beteiligt ist. Das VHL folgt einem autosomal dominanten Erbgang, ca. 80 % der Patienten mit VHL haben ein betroffenes Elternteil und ca. 20 % haben VHL aufgrund von de novo Mutationen. Keimbahnmosaike bei gesunden Eltern sind ebenfalls beschrieben. Bei gesicherter klinischer VHL-Diagnose werden in mehr als 98 % der Patienten Mutationen in VHL gefunden (ca. 72 % Punktmutationen und 28 % partielle bzw. komplette Deletionen). Die Penetranz von VHL-Mutationen ist sehr hoch, fast alle Individuen mit Keimbahn VHL-Mutationen entwickeln Symptome bis zum 65 LJ. Die Inzidenz wird mit ca. 1 : 35 000 Lebendgeburten angegeben.

Indikation
Indexpatient ohne positive VHL-Familienanamnese
  • Zwei oder mehr Hämangioblastome des Gehirns oder der Retina oder
  • ein Hämangioblastom in Kombination mit einer viszeralen Manifestation wie Nieren- / Pankreaszysten, Nierentumor, Phäochromozytom und seltener Felsenbeintumor, papilläres Zystadenom und neuroendokriner Tumor des Pankreas.
Patient mit positiver VHL-Familienanamnese
  • Angiom der Retina
  • Hämangioblastom des Gehirns oder Rückenmarks
  • Phäochromozytom
  • Multiple Zysten des Pankreas oder der Niere oder
  • Nierenzellkarzinom vor dem 60. Lebensjahr
Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.