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Vorderkammerdysgenesien - Axenfeld-Rieger-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Unter dem Begriff Axenfeld-Rieger-Syndrom (ARS) werden variable klinische Ausprägungsgrade einer embryonalen Entwicklungsstörungen der Vorderkammer des Auges zusammengefasst (engl. „cleavage syndrome“). Es umfasst die Entitäten Axenfeld-Anomalie, Rieger-Anomalie und Rieger-Syndrom. Begleitend können extra-okuläre Symptome vorliegen.

Augensymptomatik: Die Augenveränderungen betreffen hauptsächlich Iris, Kammerwinkel und Cornea und sind variabel ausgeprägt. Nicht alle der unten aufgeführten Veränderungen müssen zur Diagnose eines ARS vorliegen. Die Iris kann hypoplastisch sein, weiterhin kann eine Pupillenektopie oder Polykorie vorkommen. Iridocorneale Adhäsionen sind gonioskopisch zu sehen. Ein „Embryotoxon posterius“ (prominente Schwalbe Linie) ist als weiße Linie an der Rückseite der Cornea zu erkennen. Es besteht ein erhöhtes Glaukomrisiko.

Systemische Befunde: Insbesondere kommen eine kraniofaziale Dysmorphie (Hypertelorismus, hohe und breite Stirn, Maxilla-Hypoplasie, flaches Mittelgesicht) und Zahnveränderungen (Oligodontie, Mikrodontie) vor. Auch ein Hautnabel kommt häufig vor. Im Rahmen von chromosomalen Mikrodeletionssyndromen (6p25 inkl. FOXC1) liegen zusätzlich Herzfehler und eine mentale Retardierung vor.

Genetik

Das ARS wird autosomal dominant vererbt. Ursächlich sind Veränderungen in den Genen PITX2 und FOXC1. Bei zusätzlichen extra-okulären Befunden (s.o.) liegen häufiger Mutationen in PITX2 vor, bei isoliertem ARS häufiger in FOXC1. Bei zusätzlicher mentaler Retardierung ist primär der Ausschluß einer Mikrodeletion zu erwägen. Eine Unterscheidung allein anhand der okulären Merkmale ist nicht möglich. Ein Mutationsnachweis ist bei ca. der Hälfte der Patienten möglich.

Auch biallelische Mutationen in CYP1B1 wurden bei einzelnen Patienten mit ARS identifiziert (autosomal rezessiver Erbgang).

Häufigkeit

Die Häufigkeit wird auf 1 : 200 000 geschätzt, genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Indikation

O.g. Symptomatik bzw. Teilsymptomatik, besonders bei familiärer Belastung.

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.