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Weaver-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Das Weaver-Syndrom ist ein Großwuchssyndrom, der Phänotyp überschneidet sich zum Teil mit dem Sotos-Syndrom. Die Kinder sind bereits bei der Geburt groß und makrosom. Weiterhin liegen regelhaft eine Makrozephalie und typische faziale Auffälligkeiten vor. Das Knochenalter ist akzeleriert (karpal stärker als metakarpal / phalangeal). Häufig liegen eine variabel ausgeprägte psychomotorische Entwicklungsverzögerung und Verhaltensauffälligkeiten vor. Weiterhin sind im Rahmen des Weaver-Syndroms eine Pachygyrie und Krampfanfälle beschrieben worden. Der Muskeltonus ist hyperton.

Faziale Auffälligkeiten
  • Runde Gesichtsform
  • Breite Stirn
  • Hypertelorismus
  • Flache Nasenwurzel
  • Langes Philtrum
  • Kleines Kinn mit transversaler Furche
  • Große Ohren
Weitere Merkmale
  • Feines Haar
  • Weiter Hautmantel im Nacken
  • Fingerpads
  • Camptodaktylie (Fingerkontrakturen)
  • Skoliose
  • Leisten- und Inguinalhernien

Das Weaver-Syndrom lässt sich vom Sotos-Syndrom z.T. anhand des Knochenalters (beim Sotos-Syndrom im Bereich der Phalangen und Metacarpalia weiter fortgeschritten als carpal) unterscheiden. Der klassische faziale Phänotyp beider Syndrome ist ebenfalls unterschiedlich, allerdings ist in der Praxis eine eindeutige Zuordnung nicht immer möglich.

Als Differentialdiagnose zum Sotos-Syndrom (Veränderungen im Gen NSD1) und zum Weaver-Syndrom (Veränderungen im Gen EZH2) wurden Veränderungen in verschiedenen weiteren Genen (NFIX, DNMT3A, SETD2) beschrieben, die zu Sotos-ähnlichen Phänotypen führen können.

Genetik

2012 konnten zwei Arbeitsgruppen parallel (Gibson et al., Am J Hum Genet; Tatton-Brown et al., Oncotarget) Mutationen im Gen EZH2 bei Patienten mit Weaver-Syndrom nachweisen, inklusive bei dem Patienten, der 1974 ursprünglich von Weaver et al. beschrieben wurde. EZH2 liegt auf Chromosom 7q36.1 und kodiert (ebenso wie NSD1) für eine Histon-Methyltransferase. Neben Patienten mit klassischem Weaver-Syndrom konnten auch bei Patienten mit weniger ausgeprägtem Phänotyp, bei denen eine Makrozephalie und Großwuchs vorlagen, Mutationen in EZH2 identifiziert werden.

Der Erbgang ist autosomal-dominant. Vereinzelt wurden familiäre Fälle beschrieben, die Mehrzahl der Mutationen traten de novo auf.

Häufigkeit

Bisher sind in der Literatur 40–50 Fälle beschrieben.

Indikation

V. a. Weaver-Syndrom bzw. Großwuchssyndrom mit akzeleriertem Knochenalter und Makrozephalie.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauerbini hchdasd Informationen zur Dauer der Analysen erhalten Sie über die jeweiligen Links unter dem Abschnitt „Untersuchte Gene“.