V. a. Ataxie mit Okulomotorischer Apraxie
Ataxie mit Okulomotorischer Apraxie - APTX
AOA1
Klinische Symptomatik
Die Ataxie mit Okulomotorischer Apraxie (AOA1) ist eine langsam progrediente cerebelläre Ataxie mit Erstmanifestation im Kindesalter (ca. 2-16 Jahre). Auffällig werden die Kinder meist zunächst mit einer Ganginstabilität, eine weitere zerebelläre Symptomatik mit zunächst Dysarthrie, dann Dysmetrie der oberen Extremitäten und einem leichten Intentionstremor zeigt sich im Verlauf. Eine Augenbewegungsstörung im Sinne einer okulomotorischen Apraxie tritt ebenfalls erst einige Jahre nach Ataxiebeginn auf und entwickelt sich fortschreitend zu einer externen Ophthalmoplegie. Meistens besteht früh eine Areflexie auf die eine zunehmende Symptomatik einer peripheren axonalen motorischen Neuropathie folgt. Choreiforme oder dystone Bewegungsstörungen der oberen Extremität sind ebenfalls häufig. Die mentalen Funktionen sind bei den meisten Patienten nicht beeinträchtigt.
Mutationen im Aprataxin (APTX)-Gen können mit einem muskulären Coenzym Q10-Mangel assoziiert sein. Die Patienten können eine Besserung der klinischen Symptomatik auf eine Therapie mit Coenzym Q10 zeigen.
Genetik
AOA1 ist eine autosomal rezessive Erkrankung, die durch Mutationen im Aprataxin-Gen (APTX) verursacht wird. Das Gen ist auf Chromosom 9 (9p13.3) lokalisiert.
Häufigkeit
Die genaue Häufigkeit ist nicht bekannt. In Studien ließen sich APTX-Mutationen in unterschiedlicher Häufigkeit bei bis zu 20% der Patienten mit einer autosomal rezessiven Ataxie nachweisen.
Diagnostik
Alle Exons sowie deren flankierende Bereiche werden mittels DNA-Sequenzierung untersucht.
2 - 4 ml EDTA-Blut
4 - 6 Wochen
