V. a. Autosomal Dominante Optikus Atrophie
Optikus Atrophien: Autosomal Dominante Optikus Atrophie, ADOA - OPA1
Klinische Symptomatik
Die Autosomal Dominante Optikus Atrophie (ADOA), ist neben der Leberschen hereditären Optikusneuropathie (LHON) die häufigste Form einer erblichen optischen Neuropathie. Ursache der Erkrankung ist die Degeneration von Ganglienzellen in der Retina.
Häufig setzt bereits im Kindesalter ein Visusverlust ein, der unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, in den meisten Fällen jedoch moderat bleibt. Diagnostisch wegweisend ist die beidseitige Verblassung der Papille mit einem zentralen Verlust der Sehschärfe und Farbsinnesstörungen (Blau-Gelb-Verlust, Tritanopie). Die Familienanamnese ist in der Regel positiv im Sinne eines autosomal dominanten Erbgangs.
Darüberhinaus erweiterte sich kürzlich das phänotypische Spektrum von Patienten mit OPA1-Mutationen: So wurden Patienten beschrieben, die neben der optischen Atrophie weitere neurologische Symptome, wie eine chronisch progressive externe Ophthalmoplegie, Ataxie, sensomotorische Neuropathie oder Taubheit zeigten. Als Hinweis auf einen ursächlichen mitochondrialen Pathomechanismus wurden bei diesen Patienten wiederholt auch multiple mtDNA Deletionen nachgewiesen.
Genetik
Bei den meisten Patienten finden sich autosomal dominante Mutationen im OPA1-Gen (dynamin-related GTPase). Neumutationen sind beschrieben.
Häufigkeit
1: 50 000 (in Dänemark bis zu 1 : 10 000)
Diagnostik
Mutationsanalyse aller kodierenden Bereiche, angrenzender intronischer Bereiche, sowie der 5´ und 3´ nicht translatierten Bereiche des OPA1-Gens mittels DNA-Sequenzierung
MLPA
2 - 4 ml EDTA-Blut oder DNA
3 - 5 Wochen
