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Cystische Fibrose, CF - CFTR

Mukoviszidose

Klinische Symptomatik

Die Mukoviszidose oder Cystische Fibrose (CF) stellt eine der häufigsten autosomal rezessiv vererbten Erkrankungen in der kaukasischen Bevölkerung dar. Sie wird durch Funktionsstörungen eines Chlorid-Ionenkanals in Zellmembranen von Drüsenepithelien verursacht. Dadurch kommt es zum erhöhten Salzgehalt des Schweißes und zur Bildung von zähen Sekreten in anderen Organen. Dies betrifft vor allem den Respirationstrakt (rezidivierende bronchopulmonale Infekte), den Gastrointestinaltrakt (Gedeihstörung, Durchfälle und exokrine Pankreasinsuffizienz).
Die Cystische Fibrose kann sich bereits pränatal oder nach der Geburt durch einen Mekoniumileus manifestieren. Eine früh manifeste chronische Pankreatitis kann ebenfalls durch CF-Mutationen verursacht werden.

Die congenitale bilaterale Aplasie des Vas deferens (CBAVD) führt im männlichen Geschlecht zur Infertilität.
Neben den klassischen frühmanifesten Verlaufsformen werden zunehmend Formen mit späterem Beginn bzw. zunächst leichterer oder atypischer Symptomatik beobachtet. Im Hinblick auf eine optimale Betreuung der Betroffenen und insbesondere auf die Prophylaxe und Behandlung von Infekten des Respirationstraktes, die die Prognose der Patienten wesentlich bestimmen, ist eine frühzeitige Diagnosestellung außerordentlich wichtig.

Genetik

Das verantwortliche CFTR-Gen (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator) liegt auf Chromosom 7 (7q31.2). Die Mukoviszidose wird autosomal rezessiv vererbt. Bei einer Partnerschaft von 2 gesunden Anlageträgern besteht eine 25%ige Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines Kindes mit einer CF.
In Mitteleuropa und bei der weißen Bevölkerung Nordamerikas ist die Mutation p.508delF mit 75% die häufigste. Es kommt hier zum Verlust der Aminosäure Phenylalanin im Codon 508.
Ca. 50% der Betroffenen hierzulande tragen diese Mutation auf beiden Allelen (Homozygotie für Delta F508). Von den restlichen krankheitsverursachenden Mutationen erreichen in Mitteleuropa nur wenige eine Häufigkeit von 1 bis 2%.
Da sich das Mutationsspektrum verschiedener ethnischer Bevölkerungsgruppen deutlich unterscheidet, ist die Angabe der ethnischen Herkunft für die Beurteilung wichtig.

Häufigkeit

In Mitteleuropa  1 : 2 000 bis 1 : 2 500
Anlageträger  1 : 22 bis 1 : 25

 

Diagnostik

 

Indikation

O. g. Symptomatik wie Mekoniumileus, Gedeihstörungen, rezidivierende bronchopulmonale Infekte, auffälliger Schweißtest und männliche Infertilität
Abklärung des Anlageträgerstatus besonders in Risikofamilien
Pränataldiagnosik bei nachgewiesenem Überträgerstatus beider Eltern

Methodik
  • Nachweis der Mutation p.508delF mittels Sequenzierung von Exon 10 des CFTR-Gens
  • Nachweis von 35 in unserer Bevölkerung häufigen Mutationen mittels Oligonucleotide-Ligation-Assay (OLA), inklusive des 5T-Allels
  • Ggf. MLPA-Analyse zum Nachweis der häufigen Deletion von Exon 2-3 im CFTR-Gen je nach ethnischer Herkunft
  • Ggf. zusätzliche oder alternative Sequenzierung von Bereichen, die bei bekannter ethnischer Herkunft Mutationen von größer oder gleich 1% Häufigkeit aufweisen
  • Bei fehlendem Mutationsnachweis möglich: Komplettanalyse des CFTR-Gens mittels DHPLC
Material

2 - 4 ml EDTA-Blut

Dauer

ca. 3 Wochen



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