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Schwannomatose, SMARCB1, INI1

Klinische Symptomatik

Schwannomatose ist als eine eigene Entität der Neurofibromatose eindeutig definiert und hat eine Häufigkeit von ca. 1:40.000. Patienten mit einer Schwannomatose können multiple Schwannome entlang der Nerven (spinal, peripher, selten auch intrazerebral) entwickeln. Ein Teil der Patienten hat eine segmentale Schwannomatose. Leitsymptom sind häufig chronische Schmerzen. Weiterhin können neurologische Symptome (z.B. Parästhesien) auftreten. Die Diagnose kann klinisch gestellt werden, wenn mehr als 2 Schwannome vorliegen (histologisch gesichert) und wenn sich in der Bildgebung im Alter von 18 Jahren oder mehr kein Hinweis auf ein Akustikusneurinom ergibt.

Im Gegensatz zur Neurofibromatose 2 (NF2) treten bei der Schwannomatose keine Akustikusneurinome auf. Eine Hautbeteiligung wie bei der Neurofibromatose 1 (NF1; Freckling, Café-au-lait-Flecken) kommt bei der Schwannomatose ebenfalls nicht vor. Auch andere Tumore, die bei der NF2 bzw. NF1 beobachtet werden (Meningeome, Ependymome, Astrozytome), werden nicht beobachtet.

Genetik

Die Schwannomatose wird autosomal dominant vererbt. Mutationen im INI1-Gen (auch als SMARCB1-Gen in der Literatur bekannt) konnten insbesondere bei familiären Fällen der Schwannomatose nachgewiesen werden (ca. 30 – 60%). Bei Patienten ohne Familienanamnese können seltener krankheitsverursachende Mutationen identifiziert werden. Somatisch finden sich innerhalb der Tumore häufig inaktivierende Mutationen sowohl im INI1- als auch im NF2-Gen.

 

Diagnostik

 

Indikation

Die von Jacobi et a. (1997) verwendeten Kriterien für die Diagnose von einer familiären Schwannomatose sind:

  • 2 oder mehr pathologisch erwiesene Schwannome bei radiologisch ausgeschlossenen Tumoren der Vestibularnerven (Akustikusneurinome) im Alter von mehr als 18 Jahren

Eine fragliche familiäre Schwannomatose liegt vor bei:

  • 2 oder mehr pathologisch erwiesenen Schwannomen bei radiologisch ausgeschlossenen Tumoren der Vestibularnerven (Akustikusneurinome) im Alter von mehr als 30 Jahre, oder
  • 2 oder mehr pathologisch erwiesene Schwannome in einer anatomisch begrenzten Verteilung (einzelner Teil des Körpers oder der Teil der Wirbelsäule), ohne radiologisch ausgeschlossene Tumoren der Vestibularnerven (Akustikusneurinome) in jedem Alter.
Methodik

Alle Exons sowie deren flankierende Bereiche werden mittels DNA-Sequenzierung untersucht.

Zur Erfassung von Deletionen ein oder mehrerer Exons wird eine MLPA-Analyse für alle Exons des INI1-(SMARCB1)-Gens durchgeführt.

Material

2 - 4 ml EDTA-Blut

Dauer

2 - 3 Wochen



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