O. g. Kombination der Symptome
Muskeldystrophie Emery-Dreifuss, Typ LGMD1B, EDMD2 - LMNA
Gliedergürtelmuskeldystrophie
Klinische Symptomatik
Die Gliedergürtelmuskeldystrophie des Typs LGMD1B (limb girdle muscular dystrophy) zeichnet sich durch symmetrische Schwächen insbesondere der rumpfnahen Muskulatur der Beine aus. Die Symptome beginnen meist vor dem 20. Lebensjahr, bei der Hälfte der Fälle bereits im Kindesalter. In der dritten oder vierten Lebensdekade sind auch die Arme zunehmend betroffen. Die Schwächen nehmen im Verlauf langsam zu. Kontrakturen treten nur gelegentlich und dann erst in späteren Stadien auf.
Der LGMD1B Phänotyp unterscheidet sich von der autosomal dominanten Emery-Dreyfuss-Dystrophie (EDMD1) durch das Fehlen signifikanter Kontrakturen (Nacken, Ellbogen und Achillessehnen), die Prädominanz proximaler Gliederschwäche und gelegentlichen Wadenhypertrophie.
Im Bereich des Herzens treten bei fast zwei Dritteln der Patienten Auffälligkeiten auf (z. B. dilatative Kardiomyopathie und Herzrhythmusstörungen), weshalb die kardiologische Mitbehandlung erfolgen muss und die Implantation von Herzschrittmachern notwendig werden kann. Die allgemeine Muskelschwäche geht der Herzbeteiligung meist voraus.
Eine "rigid spine", Steifheit des Rückens und Nackens, sowie eine Skoliose von Kindheit an, werden auch beobachtet. Dies sollte von der "Rigid Spine Muskeldystrophie (RSMD1)" unterschieden werden. Eine solche RSMD1 (SEPN1-Gen, Chromosom 1 (1p36.13)) wird autosomal rezessiv vererbt, die Patienten zeigen keine Kardiomyopathie.
Mutationen im LMNA-Gen können auch zu einer vererblichen Herzmuskelerkrankung (Dilatative Kardiomyopathie, Typ 1A) oder zu einer autosomal-dominant vererbten Muskeldystrophie vom Typ Emery-Dreifuss (EDMD2, Typ Hauptmann-Tannhäuser) führen.
Die klassische Emery-Dreifuss-Muskeldystrophie ist eine X-chromosomal rezessive Erkrankung und wird durch Mutationen im Emerin-Gen (EMD, Xq28) verursacht. Ungefähr 29% der Patienten zeigen eine Mutation in diesem Gen, 45% sind mit Mutationen des LMNA-Gens zu klären.
Bei gesichertem X-chromosomalem Erbgang zeigen > 99% der Patienten eine Mutation im EMD-Gen, 45% der autosomal-dominanten EDMD2 sind mit Mutationen des LMNA-Gens zu klären.
Genetik
Die LGMD1B folgt einem autosomal dominanten Erbgang. Das LMNA-Gen, das für ein Strukturprotein der Kernmembran (LMNA) kodiert, liegt auf Chromosom 1 (1q21.2).
Häufigkeit
Selten
Diagnostik
Mutationsanalyse aller kodierenden Bereiche, angrenzender intronischer Bereiche, sowie der 5´ und 3´ nicht translatierten Bereiche des LMNA-Gens mittels DNA-Sequenzierung.
2 - 4 ml EDTA-Blut
2 - 3 Wochen
