Kinder mit therapierefraktärer frühkindlicher Epilepsie, frühkindlicher Absenceepilepsie, Ataxie-Dystonie
Erwachsene mit paroxysmaler belastungsabhängiger Dyskinesie
Mutationen des Gens SLC2A1 sind als Ursache eines Glucosetransporter-Defekts (engl. GLUT1 Deficiency Syndrome) bekannt, der sich unter unterschiedlichen komplexen klinischen Bildern manifestieren kann und eine potentiell behandelbare Erkrankung darstellt:
Typisch aber nicht zwingend ist eine Verschlechterung der neurologischen Symptomatik in den Morgenstunden bzw. vor den Mahlzeiten. Das phänotypische Spektrum ist offenbar breit, nachdem SLC2A1-Mutationen auch mit weiteren neurologischen Phänotypen und paroxysmalen Phänomenen, wie einer alternierenden Hemiplegie oder komplexen Bewegungsstörungen, auch ohne begleitende Epilepsie beschrieben wurden. Der Phänotyp kann dabei offenbar auch intrafamiliär variabel sein.
Pathophysiologisch besteht ein Glukosemangel im Gehirn durch einen gestörten Transport der Glukose aus dem Blut über die Blut-Hirn-Schranke. Dies ist in den meisten Fällen – wenngleich nicht immer – über eine Liquorpunktion nachweisbar. Diese sollte nach einer 4-6-stündigen Nahrungskarenz erfolgen. Parallel zur Glukose im Liquor wird die Glukose im Serum bestimmt, die Blutabnahme sollte dabei immer vor der Lumbalpunktion erfolgen um eine stressbedingte Hyperglykämie zu vermeiden. Diagnostisch entscheidend ist das Verhältnis von Liquorglukose zu Blutglukose mit einem Quotienten unter < 0,45 bei gleichzeitig niedrig-normalem Liquor-Lactat. Therapeutisch zeigen die meisten Patienten ein beeindruckendes Ansprechen auf eine ketogene Diät, die dem Gehirn Ketonkörper als alternative Energiequelle zur Verfügung stellt.
Das GLUT1 (SLC2A1)-Gen kodiert den spezifischen Glukosetransporter des Gehirns, der Erythrozyten und der Plazenta. Das Gen enthält 10 Exons und ist auf Chromosom 1p35-p31.3 lokalisiert. Mutationen folgen meist einem autosomal dominanten Erbgang und treten häufig de novo auf. Ein autosomal rezessiver Erbgang wurde ebenfalls beschrieben.
Kinder mit therapierefraktärer frühkindlicher Epilepsie, frühkindlicher Absenceepilepsie, Ataxie-Dystonie
Erwachsene mit paroxysmaler belastungsabhängiger Dyskinesie
Alle Exons des Gens sowie deren flankierende Bereiche werden mittels DNA-Sequenzierung untersucht. Deletionen bzw. Duplikationen eines oder mehrerer Exons werden mittels MLPA erfasst.
2 - 4 ml EDTA-Blut
3 - 4 Wochen (evtl. beschleunigt, nach Rücksprache=