V. a. Glutarazidurie Typ II
Multiple Acyl-CoA-Dehydrogenase Defekte - ETFA, ETFB, ETFDH
Glutarazidurie Typ II
Klinische Symptomatik
Der Glutarazidurie Typ II (GA II) liegt ein genetischer Defekt des Elektron-Transfer-Flavoproteins A, B oder der Elektron-Transfer-Flavoprotein-Dehydrogenase zu Grunde. Biochemisch kommt es dadurch zu einem multiplen Acyl-CoA-Dehydrogenase-Mangel und einer erhöhten Menge an Acyl-Carnitinen unterschiedlicher Länge. Auf biochemischer Ebene betrifft der Gendefekt neben der Fettsäureoxidation den Abbau diverser Aminosäuren (beispielsweise Valin, Leucin, Isoleucin, Tryptophan und Lysin).
Die klassische Glutarazidurie Typ II ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild des Neugeborenen mit einer im Vordergrund stehenden Enzephalopathie mit metabolischer Azidose und schweren Hypoglykämien. Neben fazialen Dysmorphien (hohe Stirn, niedriger Nasenrücken, kurze Nase mit antevertiertem Nasenboden, tiefsitzende nach hinten rotierte Ohren), Hirnfehlbildungen und Zystennieren kann zusätzlich eine Epilepsie und Kardiomyopathie bzw. proximale Myopathie bestehen. Bei Säuglingen, die das Initialstadium der Erkrankung überleben, kann es krisenhaft zur Symptomatik eines Reye-Syndroms mit metabolischer Azidose, Hypoglykämien und Leberfunktionstörungen kommen. Neben dem klassischen Krankheitsbild gibt es auch weniger schwer ausgeprägte Varianten der Erkrankung, die sich erst im späteren Kindes- bis frühen Erwachsenenalter äußern können, oft mit episodenhaft auftretender Übelkeit, Erbrechen, Hypoglykämie und Leberfunktionsstörung.
Eine milde Variante der Erkrankung zeigt ausschließlich eine Muskelsymptomatik mit fluktuierender proximaler Myopathie, CK-Erhöhung und oft erhöhten Laktatwerten.
Therapeutisch wichtig ist neben der Vermeidung kataboler Zustände eine fettarme Diät sowie die Gabe von Riboflavin.
Genetik
Mutationen der Gene ETFA (GA IIA), ETFB (GA IIB), ETFDH (GA IIC) sind für die Entstehung der verschiedenen Formen der Glutarazidurie Typ II beschrieben.
Häufigkeit
Nicht bekannt
Diagnostik
Mutationsanalyse aller kodierenden Bereiche, angrenzender intronischer Bereiche, sowie der 5´ und 3´ nicht translatierten Bereiche der Gene ETFA, ETFB, ETFDH mittels DNA-Sequenzierung (abhängig von der klinischen Symptomatik).
2 - 4 ml EDTA-Blut
2 - 4 Wochen
