Patienten mit o. g. Symptomen und/oder erhöhten Ferritin-Werten bzw. erhöhter Transferrinsättigung
DD: primäre oder sekundäre Hämochromatose (z. B. Patienten mit chronischer Virushepatitis oder toxischer Leberschädigung)
Personen mit familiärer Belastung für Hämochromatose
Hämochromatose - HFE
Klinische Symptomatik
Die hereditäre Hämochromatose ist eine der häufigsten genetisch bedingten Stoffwechselerkrankungen und kann unbehandelt durch vermehrte Eisenresorption zunehmend zu einer Eisenüberladung der Organe, zur Leberzirrhose und eventuell zum hepatozellulären Karzinom, zur Kardiomyopathie, zu Arthropathien, zur Entwicklung eines Diabetes mellitus und in der Haut zum charakteristischen Kolorit (Bronze-Diabetes) führen. Endokrinologische (hypogonadotroper Hypogonadismus), neurologische und psychiatrische Symptome können auftreten. Bedingt durch Schwangerschaften, Menstruation und Stillen sind Frauen deutlich weniger betroffen als Männer. Da die Erkrankung autosomal rezessiv vererbt wird, ist die Familienanamnese zumindest bezüglich der Eltern in der Regel unauffällig. Bezüglich der Blutparameter ist eine Transferrinsättigung > 45% am aussagekräftigsten. Ebenso sind Eisen und Ferritin in der Regel deutlich erhöht. Das Vorliegen einer der oben genannten klinischen Symptome in Kombination mit einem pathologischen Serumparameter stellt eine Indikation zur molekulargenetischen Diagnostik dar.
Genetik
Die hereditäre Hämochromatose wird autosomal rezessiv vererbt. Die häufigste krankheitsverursachende Mutation ist im HFE-Gen ist die Mutation p.282C>Y, wobei an der Position 282 die Aminosäure Cystein gegen Tyrosin ausgetauscht ist. Ca. 80 bis 90% der Betroffenen tragen daher die Mutation p.282C>Y auf beiden elterlichen Allelen, d.h. in homozygoter Form.
Ca. 4 bis 8% der Patienten tragen in beiden Allelen unterschiedliche Mutationen (compound-heterozygot für die Mutation p.282C>Y und p.63H>D oder p.65S>C).
Bei ca. 1% der Betroffenen kann nur die Mutation p.282C>Y in heterozygoter Form identifiziert werden, bei der zweiten Mutation handelt es sich vermutlich um eine sehr seltene oder bislang unbekannte Mutation. Personen mit Mutationen auf beiden Allelen tragen ein erhöhtes Risiko für die klinische Manifestation einer Hämochromatose und sollten entsprechend (Bestimmung des Ferritinspiegels sowie der Transferrinsättigung) überwacht werden. Desweiteren ist bei ca. 6% der Patienten mit dringendem Verdacht auf eine Hämochromatose (Transferrinsättigung > 45%) keine Mutation im HFE-Gen nachweisbar. In diesen Fällen kann es sich um eine seltene Form einer Hämochromatose handeln, verursacht durch Mutationen in anderen Genen.
Häufigkeit
Mitteleuropa 1 : 400
Häufigkeit der Anlageträger ca. 1 : 10
Diagnostik
Die häufigsten Mutationen p.282C>T, p.63H>D und p.65S>C im HFE-Gen werden durch allelspezifische PCR analysiert. Andere Punktmutationen werden nicht erkannt.
2 - 4 ml EDTA-Blut
ca. 2 Wochen
