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Hereditäre Motorisch-Sensible Neuropathie (Demyelinisierend) - MPZ

HMSN, DSN, CHN, Myelin Protein Zero

Klinische Symptomatik

Mutationen des MPZ/P0-Gens können unterschiedliche Formen von demyelinisierenden oder axonalen, autosomal dominanten Charcot-Marie-Tooth-(CMT)-Neuropathien verursachen. Je nach Genotyp kann es auch zu schwer verlaufenden Neuropathien des Kindesalters kommen, die mit dem Phänotyp einer Dejerine-Sottas-Neuropathie (DSN) bzw. einer congenitalen Hypomyelinisierung (CHN) korrelieren.

Ebenso möglich sind mildere Verlaufsformen, die sich erst im späteren Kindes- bis Erwachsenenalter manifestieren (CMT1/HMSN1 bzw. CMT2/HMSN2).

Zusätzliche Symptome wie Taubheit oder Pupillenanomalien (Argyll-Robertson-Pupillen) werden ebenfalls beobachtet. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch einer tomakulösen Neuropathie (HNPP) nahezu gleichen. Die Nervenleitgeschwindigkeiten sind bei den frühkindlichen Formen meist hochgradig vermindert, bei den später manifestierenden Formen dagegen nur gering verzögert oder sogar normal und werden dann den axonalen Formen zugerechnet.

Genetik

Die mit Mutationen des MPZ/P0-Gens assoziierte CMT folgt einem autosomal dominanten Erbgang. Das Myelin Protein Zero (MPZ/P0)-Gen (6 kodierende Exons) liegt auf Chromosom 1 (1q22.31). MPZ bildet den größten Anteil der Myelinstrukturproteine des peripheren Nervens und ist essentiell an der Kompaktierung des peripheren Myelins beteiligt.

Häufigkeit

MPZ-Mutationen lassen sich bei ca. 5% der Patienten mit einer autosomal dominanten demyelinisierenden, axonalen oder intermediären CMT-Neuropathie nachweisen und stellen damit - nach der Duplikation des PMP22-Gens und Mutationen des Cx32-Gens – mit die häufigste genetische Ursache dieser Erkrankungen dar.

 

Diagnostik

 

Indikation

O. g. HMSN Symptomatik, besonders bei familiärer Belastung

Methodik

Untersuchung der Exons sowie deren flankierende Bereiche des MPZ-Gens auf Punktmutationen durch Sequenzierung.

Untersuchung der Gendosis, auch einzelner Exons, mittels MLPA.

Material

2 - 4 ml EDTA-Blut

Dauer

4 - 6 Wochen



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