O. g. Konstellationen
Kopplungsanalyse
Linkage
Klinische Symptomatik
Die Kopplungsanalyse ist eine Haplotypanalyse, wobei mit Hilfe von polymorphen Markern die Vererbung eines chromosomalen Bereichs innerhalb einer Familie verfolgt werden kann. Auch wenn innerhalb dieses Bereichs die genaue Lokalisation des die Krankheit verursachenden Gens unbekannt ist, kann durch die Kenntnis der Vererbung des Chromosomenbereichs indirekt auf die Vererbung einer unbekannten Mutation geschlossen werden. Ebenso kann bei einem bekannten Gen eine unbekannte Mutation indirekt nachgewiesen werden; eine Vorgehensweise, die gewählt wird, wenn die direkte Mutationssuche im entsprechenden Gen zu aufwändig ist.
Eine Kopplungsanalyse kann sinnvoll sein, wenn eine direkte DNA-Diagnostik derzeit noch nicht möglich ist oder ohne Ergebnis geblieben ist.
Im folgenden werden Beispiele für einen sinnvollen Einsatz einer Kopplungsanalyse genannt.
1. Eine eindeutige klinische Diagnose ist gestellt und die Lokalisation des entsprechenden Gens ist bekannt:
- Durch eine direkte Mutationsanalyse konnte die zugrunde liegende Mutation beim Indexpatienten nicht identifiziert werden. Beispiel: nach der Geburt eines Kindes mit einer Muskeldystrophie Duchenne, bei dem keine pathogene Mutation identifiziert werden konnte, kann in einer künftigen Schwangerschaft eine pränatale Diagnostik durch eine Kopplungsanalyse durchgeführt werden.
- Das entsprechende Gen ist noch nicht kloniert oder eine Mutationsanalyse ist zu aufwändig. Beispiel: nach der Geburt eines Kindes mit einer autosomal rezessiv vererbten polyzystischen Nierenerkrankung wird die pränatale Diagnostik durch eine Kopplungsanalyse möglich.
2. Bei X-chromosomalen Erkrankungen:
- Gen und Lokalisation des Gens sind bislang nicht bekannt, aber mehrere Familienmitglieder sind von der gleichen Erkrankung betroffen. Beispiel: Familien mit mehreren Betroffenen mit Verdacht auf eine X-chromosomal vererbte mentale Retardierung. Es wird untersucht, welche Abschnitte des X-Chromosoms die Betroffenen teilen. Gegebenenfalls kann dann gezielt eine molekulargenetische Untersuchung eines Gens, das in dem entsprechenden Abschnitt liegt, in die Wege geleitet werden.
Im Gegensatz zu einer direkten molekulargenetischen Diagnostik ergibt eine Kopplungsanalyse immer nur eine Wahrscheinlichkeit als Aussage. Je nach Art der zur Verfügung stehenden Marker und insbesondere bei Verwendung intragenischer Marker kann diese Methode eine hohe Sicherheit bieten.
Diagnostik
PCR und Fragmentlängenbestimmung der zu untersuchenden polymorphen Marker
nach telefonischer Rücksprache, insbesondere bei pränataler Diagnostik
2 - 4 ml EDTA-Blut
2 Wochen
