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Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2A, MEN2A - RET

Familiäres Medulläres Schilddrüsenkarzinom, FMTC, Ret-Proto-Onko-Gen

Klinische Symptomatik

Die Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2A ist eine autosomal dominant vererbliche Tumorerkrankung. Sie ist charakterisiert durch das Auftreten von C-Zelltumoren der Schilddrüse (medulläres Schilddrüsenkarzinom, MTC) oftmals in Kombination mit Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom in ca. 50% der Fälle) und Hyperplasien oder Adenomen der Nebenschilddrüse. Das Risiko an einem Schilddrüsenkarzinom zu erkranken, kann bis ins Erwachsenenalter bei nahezu 100% liegen. Daher wird bei Genträgern für bestimmte Mutationen ggf. eine frühzeitige Thyreoidektomie durchgeführt, was die Prognose dieses Tumorsyndroms sehr deutlich verbessert.
Obwohl zumeist nicht maligne, können Phäochromozytome über angestiegene Sekretion von Adrenalin und Noradrenalin zu hypertensiven Krisen vor allem bei Narkosen und Geburten führen. Die Beteiligung der Nebenschilddrüse kann ohne klinische Auswirkungen bleiben oder zu symptomatischem Hyperparathyreoidismus (ca. 15 bis 20% der Betroffenen mit Hyperkalzämie oder Nierensteinen) führen. Manche Patienten weisen juckende Hautläsionen zwischen den Schulterblättern auf (histologisch Amyloidose).

 

Familiäres medulläres Schilddrüsenkarzinom (FMTC)

Bei eindeutig familiären Fällen liegt in 88% der Fälle eine Keimbahnmutation im RET-Gen zugrunde.

 

Diagnosekriterien:

  • MEN2A: mindestens zwei endokrine Tumore (MTC, Phäochromozytom, Adenom oder Hyperplasie der Nebenschilddrüse) bei einer oder bei zwei nah verwandten Personen.
  • FMTC: MTC bei mindestens vier Familienmitgliedern
  • Liegen weniger als vier FMTC in der Familie vor, oder ist die Anamnese bezüglich weiterer endokriner Tumore als unklar einzustufen, muß der Verdacht auf eine MEN2A oder ein FMTC ausgesprochen werden.
  • Zunehmend werden auch Fälle von Morbus Hirschsprung in Kombination mit MEN2A oder FMTC beobachtet.

Genetik

Ursächlich für die MEN2 sind Mutationen im RET-Gen (Ret-Proto-Onkogen, rerranged-during-transfection) auf Chromosom 10 (10q11.2). Beim familiären medullären Schilddrüsenkarzinom finden sich in über 90%, bei familiären papillären Schilddrüsenkarzinom in 25-40% der Fälle Mutationen im RET-Gen. In Familien mit papillären und medullären Schilddrüsenkarzinomen finden sich nur in seltenen Fällen Mutationen im RET-Gen, für einige dieser Familien konnte der RET-Genort ausgeschlossen werden.

Häufigkeit

Ca. 1 : 30 000

 

Diagnostik

 

Indikation

Patienten mit medullären Schilddrüsenkarzinomen oder o. g. Symptomen der MEN2A
Personen mit familiärer Belastung für MEN2A oder FMTC

Methodik

Analyse der Exons 5, 8, 10, 11, sowie 13-16 des RET-Gens, einschließlich Exon/Intronübergänge. Detektionsrate >98% der MEN2-Mutationen.

Material

2- 4 ml EDTA-Blut

Dauer

ca. 3 Wochen



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