Muskelschwäche mit Myotonie und weiteren o. g. Symptomen bei meist milder CK-Erhöhung
Untersuchung von Risikopersonen in betroffenen Familien
Die Myotone Dystrophie Typ 2 (DM2) wurde bis vor wenigen Jahren von der Myotonen Dystrophie Typ 1 (Curshmann-Steinert) klinisch und molekulargenetisch abgegrenzt. Es handelt sich bei der DM2 wie bei DM1 um eine multisystemische Erkrankung, die Muskulatur, Augen (nahezu alle Betroffenen haben eine Katarakt), Gehör (20% Hörstörungen), das Immunssystem (Hypogammaglobulinämie, klinisch inapparent) und das endokrine System (20% Diabetes mellitus, Fertilitätsstörungen) betrifft. Die muskuläre Symptomatik zeigt sich mit Schwäche besonders der proximalen Muskulatur und Myopathie mit einem sehr variablen Manifestationsalter, vorwiegend ab der 3. Lebensdekade. Die Erkrankung schreitet langsam voran, die mimische Muskulatur bleibt ausgespart, das Gehvermögen erhalten. Charakteristisch sind Steifigkeit und Schmerzen der Muskulatur, Herzrhythmusstörungen (ca. 20% der Betroffenen) und Störungen der Reizleitung. Kongenitale Verlaufsformen werden nicht beobachtet.
Die Myotone Dystrophie Typ 2 wird autosomal dominant vererbt und durch eine CCTG-Repeatverlängerung in ZNF9 (CNBP, Chromosom 3 (3q21.3) verursacht.
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Tetranukleotid-Repeats |
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| Normalallel |
bis 26 |
| Pathologisches Allel |
75 - 11000 |
Aufgrund einer ausgeprägten mitotischen Instabilität werden bei Betroffenen unterschiedliche Allel-Längen gefunden, die mit dem Alter zunehmen. Eine Genotyp-Phänotyp-Korrelation ist aufgrund des starken somatischen Mosaikes problematisch, einen eindeutigen Hinweis auf eine Antizipation bei Vererbung über die väterliche oder mütterliche Keimbahn gibt es nicht.
Ca. 1 : 20 000 in Deutschland
Muskelschwäche mit Myotonie und weiteren o. g. Symptomen bei meist milder CK-Erhöhung
Untersuchung von Risikopersonen in betroffenen Familien
PCR-Analyse
Nachweis von verlängerten Allelen mittels Long Range PCR mit anschließender Southern-Blot-Hybridisierung
2 - 4 ml EDTA-Blut
ca. 2 - 3 Wochen