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Sotos-Syndrom - NSD1

Klinische Symptomatik

Beim Sotos-Syndrom liegen die Körpergröße und der Kopfumfang durchschnittlich auf der 91. - 98. Perzentile, wohingegen das Geburtsgewicht in der Regel niedriger liegt. Häufig zeigt sich im Kindesalter eine zusätzliche Wachstumsbeschleunigung. Das Knochenalter ist akzeleriert, in der Folge ist der Zahndurchbruch meist vorzeitig.

Die fazialen syndromologischen Auffälligkeiten sind häufig nur im Kleinkindalter gut zu erkennen, es finden sich eine hohe Stirn mit einem hohen Stirn/Haaransatz oder Geheimratsecken, ein Hypertelorismus mit nach unten außen abfallenden Lidachsen und eine Progenie.

 

Zu den häufigeren weiteren Symptomen zählen:

  • Muskuläre Hypotonie mit entsprechender Fütterungsproblematik (75%)
  • cMRT: Mittelliniendefekte wie z. B. Balkenhypoplasie oder -aplasie, erweiterte Ventrikel (90%)
  • Mentale Retardierug und/oder Verhaltensauffälligkeiten (Defizite im Sozialverhalten)
  • Herzfehler (20%)
  • Überstreckbare Gelenke (20%)
  • Epilepsie (25%)
  • Vesikourethraler Reflux (20%)
  • Obstipation
  • Erhöhte Infektneigung, vor allem Mittelohrinfekte
  • Neugeborenenikterus

Zusätzlich können eine Vielzahl anderer Symptome bis hin zu einem erhöhten Tumorrisiko vorliegen.

 

Das Sotos-Syndrom zeigt eine phänotypische Überlappung mit dem Weaver-Syndrom bezüglich der konnatalen Makrosomie, der Makrokranie, des akzelerierten Knochenwachstums und der psychomotorischen Entwicklungsverzögerung. An der Schädelform, der Lidachsenstellung, der Ausbildung der Augenbrauen und am Kopfhaar können beide Syndrome in der Regel unterschieden werden. Eine Kamptodaktylie ist beim Weaver-Syndrom beschrieben.

Genetik

Bei ca. 2/3 aller Patienten mit Sotos-Syndrom finden sich Veränderungen im NSD1-Gen (nuclear receptor binding, enhancer of zeste and trithorax domain protein) auf Chromosom 5 (5q35). Bei einer geringen Anzahl europäischer Sotos-Patienten wurde eine Deletion, bei der Mehrheit aller Sotos-Patienten wurde eine Punktmutation im NSD1-Gen gefunden.
Die Erkrankung ist autosomal dominant erblich. Punktmutationen bei Betroffenen treten in der Regel de novo auf, Deletionen entstehen zumeist in der männlichen Keimbahn. Betroffene tragen ein 50%iges Wiederholungsrisiko für mögliche Nachkommen.

Hinweis:

Bei einer bislang kleinen Zahl von untersuchten Weaver-Patienten wurden keine sicher pathogenen Mutationen nachgewiesen, so daß die Erkrankung trotz klinisch ähnlicher Symptomatik nicht als allelisch anzusehen ist.

Häufigkeit

1 : 10 000

 

Diagnostik

 

Indikation

Diagnosesicherung bzw. Identifizierung der Mutation bei o. g. Symptomen

Methodik

Alle Exons sowie deren flankierende Bereiche werden durch High Resolution Melting (HRM) und ggf. anschließende Sequenzierung untersucht.

Deletionen bzw. Duplikationen eines oder mehrerer Exons werden mittels MLPA erfasst.

Material

2 - 4 ml EDTA-Blut

Dauer

4 - 6 Wochen



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