V. a. eine UPD
Uniparentale Disomien, UPD
Klinische Symptomatik
Stammen beide homologen Chromosomen oder Abschnitte der Chromosomen vom gleichen Elternteil, spricht man von einer uniparentalen Disomie (UPD). Das entsprechende homologe Chromosom des anderen Elternteils fehlt dabei. Bei einer maternalen UPD (UPDmat) sind die homologen Chromosomen mütterlichen Ursprungs, väterlichen Ursprungs sind sie bei einer paternalen UPD (UPDpat).
Klinische Folgen einer uniparentalen Disomie können durch eine Veränderung der Expression von Genen, die einer genomischen Prägung (genomic imprinting) unterliegen oder durch das homozygote Vorliegen autosomal rezessiver Erbanlagen enstehen. Als genomic imprinting bezeichnet man die Tatsache, dass die Expression mancher Gene mütterlich oder väterlich geprägt ist, d.h. dass nur die Erbinformation der Mutter oder des Vaters exprimiert wird. Chromosomale Fehlverteilungen in der Keimzellbildung oder in einer postzygotischen Mitose sind die Ursachen für eine UPD. Kinder von Trägern einer balanzierten reziproken oder Robertson'schen Translokation haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer UPD. Durch eine Trisomiekorrektur kann eine ursprünglich trisome Zelle wieder disom (normaler Karyotyp) werden, jedoch mit der möglichen Folge einer UPD.
Beispiele für UPDs sind:
- Maternale UPD 15: Prader-Willi-Syndrom
- Paternale UPD 15: Angelman-Syndrom
- Maternale UPD 7: Silver-Russell-Syndrom
- Paternale segmentale UPD 11: Beckwith-Wiedemann-Syndrom
- Uniparentale Disomien der Chromosomen 2, 6, 14, 16, 20 sowie 22 können ebenfalls zu syndromologischen Auffälligkeiten führen.
Diagnostik
Mikrosatellitenanalyse: der Einsatz polymorpher Marker gibt Aufschluss über die elterliche Herkunft der getesteten Chromosomenabschnitte und somit über das mögliche Vorliegen einer UPD.
2 - 4 ml EDTA-Blut von Kind und Eltern
ca. 2 Wochen
