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Williams-Beuren-Syndrom, Mikrodeletion 7q11.23

Klinische Symptomatik

Kinder mit Williams-Beuren-Syndrom zeigen neben den charakteristischen fazialen Dysmorphien weitere diagnoseweisende Verhaltensauffälligkeiten. So wird eine extreme Empfindlichkeit bei lauten und plötzlichen Geräuschen beobachtet. Die Kinder reagieren mit Weinen, größere Kinder halten sich auffällig häufig die Ohren zu. Personen mit WBS zeigen eine überdurchschnittliche Freundlichkeit und musikalisches Interesse.

  • Entwicklungsauffälligkeiten
    • Congenitale Herzfehler
      • 80% supravalvuläre Aortenstenose, SVAS
      • Seltener supravalvuläre Pulmonalstenose
    • Milde bis mittlere mentale Retardierung mit Lernschwierigkeiten
    • Wachstumsretardierung
  • Mikrocephalie
  • Faziale Dysmorphiezeichen
    • Breites Philtrum, volle Lippen und Wangen
    • Hypoplastische, weit auseinander stehende Zähne
    • Dicke, breite evertierte Unterlippe
    • Evertierte Nasenbodenebene
    • Prominente Stirn mit periorbitalen Weichteilschwellungen
    • Epicanthus medialis, kurze Lidspalten 
    • Mittelgesichtshypoplasie
  • Verhaltensauffälligkeiten
    • ADHS
    • Freundliches kontaktfreudiges Wesen
  • Weitere klinische Auffälligkeiten
    • Rauhe Stimme
    • Infantile Hyperkalzämie
    • Nierenfehlbildungen

Genetik

Das Williams-Beuren-Syndrom zeichnet sich durch eine Mikrodeletion im Bereich des Elastin-Gens (ELN-Gen) im langen Arm von Chromosom 7 (7q11.23) aus,  die bei etwa 96% der Patienten nachgewiesen werden kann. Dabei handelt es sich wie bei den anderen Mikrodeletionssyndromen meist um sporadische Fälle, doch gibt es auch Familien mit mehreren Betroffenen. Hier entspricht das Vererbungsmuster dann einem dominanten Erbgang mit variabler Expressivität.
Neben der Deletion des Elastin-Gens können beim WBS noch weitere, dem Elastin-Gen benachbarte Gene, beteiligt sein („contiguous-gene-syndrome") und zu einer Variation des klinischen Phänotyps führen. Mutationen im ELN-Gen führen zu isolierter SVAS. 
Die Größe der Deletion variiert aufgrund drei verschiedener low copy repeats (LCR A, LCR B, LCR C), die die Deletion flankieren. Am häufigsten ist eine 1,55 Mb Deletion, verursacht durch eine Rekombination der Blöcke B und C. Seltener sind größere Deletionen (1,84 Mb) verursacht durch Rekombinationen der Blöcke A und C. Etwa 28% der Deletionen werden von heterozygoten Anlageträgern für eine Inversion der zentromer- und telomernahen LCRs übertragen.
Beim 7q11.23-Duplikations-Syndrom handelt es sich um eine Mikroduplikation des gleichen chromosomalen Bereichs. Patienten fallen vor allem durch eine ausgeprägte Sprachentwicklungsverzögerung auf.

Häufigkeit

1 : 10 000 bis 1 : 20 000

 

Diagnostik

 

Indikation

Mental retardierte Kinder mit typischer Fazies, auffälligem Verhalten und vaskulären Fehlbildungen, sowie Kinder mit isolierter supravalvulärer Aortenstenose und Kinder mit ausgeprägter Sprachentwicklungsretardierung

Methodik

MLPA-Untersuchung

Material

2 - 4 ml EDTA-Blut

Dauer

ca. 2 - 3 Wochen



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