Oben genannte Symptomatik
X-chromosomale mentale Retardierung Typ Christianson - SLC9A6
Klinische Symptomatik
Mutationen im SLC9A6-Gen folgen einer X-chromosomalen Vererbung, in den betroffenen Familien sind in erster Linie männliche Familienmitglieder erkrankt. Die klinischen Symptome sind denen eines Angelman-Syndroms vor allem im Kleinkindalter sehr ähnlich:
- Schwere Entwicklungsverzögerung
- Sehr wenig oder keine Sprachentwicklung
- Epilepsie
- Ataxie
- Hyperaktivität, fröhliche Grundstimmung, evtl. spontanes Lachen
- Muskuläre Hypotonie, v. a. auch der Gesichtsmuskulatur (Speichelfluß)
- Minderwuchs
Im Verlauf zeigen manche Patienten Entwicklungsrückschritte. Im cMRT kann eine progressive cerebelläre Atrophie vorliegen, die Spektroskopie zeigt in den Basalganglien eine Signalerhöhung für Glutamat/Glutamin. Die Patienten sind vor allem im Jugend- und Erwachsenenalter sehr mager, eine progressive Skoliose kann vorliegen.
Genetik
Das SLC9A6-Gen liegt auf dem langen Arm des X-Chromosoms, möglicherweise ist es an ähnlichen zellulären Prozessen beteiligt wie das UBE3A-Gen, in dem sich Mutationen beim Angelman-Syndrom finden.
Die Vererbung erfolgt X-chromosomal, weibliche Anlageträgerinnen sind in der Regel klinisch gesund, eine ungleiche X-Inaktivierung wird nicht gefunden.
Häufigkeit
Nicht bekannt
Diagnostik
Alle Exons sowie deren flankierende Bereiche werden mittels DNA-Sequenzierung untersucht.
2 - 4 ml EDTA-Blut
4 - 5 Wochen
