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Risikoberechnung bei familiärem Brust und Eierstockkrebs – was gibt es Neues?

Seit Beginn der 90er Jahre wurden verschiedene Modelle zur Brustkrebsrisikoberechnung entwickelt und immer wieder verbessert. Sie berücksichtigen den Erkrankungsstatus, das Erkrankungsalter der Ratsuchenden und ihrer Verwandten, die Anzahl und Erbgänge der modellierten Gene sowie weitere genetische und nicht genetische Risikofaktoren. Der Vortrag gibt eine Übersicht über aktuell angewendete Modelle und ihre Genauigkeit bei der Risikoberechnung von Wahrscheinlichkeiten an Brustkrebs zu erkranken. Für Frauen aus Familien mit einer Häufung von Brustkrebs- oder Eierstockkrebs oder besonders jungem Erkrankungsalter kann die Entscheidung über die Mutationssuche in den Hauptgenen oder eine intensivierte Früherkennung davon abhängen, wie hoch ihr berechnetes Risiko beträgt. Das Deutsche Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs hat beschlossen, die Risikoberechnung umzustellen und in Zukunft das Risikoberechnungsprogramm BOADICEA anstelle von Cyrillic zu verwenden, das inhaltlich und technisch nicht dem aktuellen Stand entspricht. BOADCEA ist wissenschaftlich auf dem aktuellsten Stand und generiert eine sehr genaue Risikoberechnung. Die Forscher, die BOADICEA entwickelt haben, sind enge Kooperationspartner vom deutschen Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs (GC-HBOC). Eine Schwäche von BOADICEA ist momentan noch die umständliche Nutzung, wobei allerdings Verbesserungen in enger Zusammenarbeit mit GC-HBOC in Arbeit sind.

Ein Wechsel des Risikoberechnungsprogramms hat zur Folge, dass die Berechnung der Brustkrebs- bzw. BRCA-Carrier-Wahrscheinlichkeiten von den vormaligen Berechnungen abweichen wird, und eine Einordnung in andere Risikogruppe erfolgt. Würden die alten Regeln (Heterozygotenrisiko > 20% bzw. Restlebenszeitrisiko >30%) beibehalten, bekämen nur noch sehr wenige Frauen eine intensivierte Früherkennung angeboten. Mögliche neuen Regeln werden vorgestellt und ihre Vor- und Nachteile besprochen.

(Vortrag auf Deutsch)

Mittwoch, 22. Februar 2017, 18:30 - 20:00 Uhr

Referentin: Dr. Christine Fischer

AG Statistik in der Genetik
Institut für Humangenetik
Universität Heidelberg

Ort der Veranstaltung:
MGZ - Medizinisch Genetisches Zentrum
Bayerstr. 3-5
80335 München

2 CME-Punkte
 
Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung bis zum 17.02.2017.
 

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