We have detected you are coming from a location outside of Germany.
Wir haben festgestellt, dass Sie von einem Standort außerhalb Deutschlands auf diese Seite gelangt sind.

Please select your preferred language:
Bitte wählen Sie eine der folgenden Sprachoptionen:

Anmeldung zum Online-Symposium "Syndromdiagnostik aktuell - Chances and Challenges"

Kostenlose Fortbildung | 3 CME-Punkte

 

MGZ - Medizinisch Genetisches Zentrum

Inhabergeführte Praxis und Labor für Humangenetik

Hydrops fetalis – genetische Ursachen

Ca. 30 % aller Fälle mit unauffälliger Array-CGH können mittels Exomdiagnostik geklärt werden. Neben den bekannten RASopathien spielen eine Vielzahl weiterer Krankheitsbilder eine Rolle. Diese Information ist hinsichtlich der Prognose der Schwangerschaft und der gegebenenfalls notwendigen postpartalen Therapie von Relevanz.

Neue Studie zur Exomsequenzierung in der Pränataldiagnostik des nicht-immunologischen Hydrops fetalis

Der nicht-immunologische Hydrops fetalis (NIHF) kommt in 1:1700 – 3000 Schwangerschaften vor und geht mit der exzessiven Ansammlung fetaler Flüssigkeit in Körperhöhlen einher, die sich in Form eines fetalen Aszites, Pleura- oder Perikardergüssen, Hautödemen, zystischem Hygrom, erhöhter Nackentransparenz oder einer Kombination dieser Symptome bemerkbar machen kann. Zahlreiche genetische Ursachen liegen dem NIHF zugrunde, jedoch kann mittels Standard-Pränataldiagnostik (Chromosomenanalyse, Microarray-Analyse) bislang nur in 25 % der NIHF-Fälle eine genetische Ursache identifiziert werden. Inwieweit die Exomsequenzierung zu einer Diagnose führt, war bislang unklar.

In der nun im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie1 wurde die diagnostische Rate der Exomsequenzierung beim NIHF evaluiert. Hierzu wurden 127 NIHF-Fälle, die mittels Standard-Pränataldiagnostik (Chromosomenanalyse, Microarray-Analyse) nicht gelöst werden konnten, eingeschlossen. Die Exomsequenzierung identifizierte in 29 % dieser ungelösten NIHF-Fälle eine krankheitsverursachende Variante. Hierunter fielen unter anderem solche für RASopathien (30 % der Diagnosen); angeborene Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates (jeweils 11 %); lymphatische, neurologische, kardiovaskuläre und hämatologische Erkrankungen (jeweils 8 %) (s. Abb.1). Die Prognosen reichten von einem relativ milden Verlauf bis zum Tod in der Perinatalperiode. Insgesamt waren 68 % der Fälle (25 von 37) mit diagnostischen Varianten autosomal dominant (von denen 12 % vererbt und 88 % de novo waren), 27 % (10 von 37) waren autosomal rezessiv (von denen 95 % vererbt wurden), 1 Fall wurde X-chromosomal rezessiv vererbt und 1 Fall konnte hinsichtlich der Vererbung nicht geklärt werden. In weiteren 12 Fällen (9 %) wurden potenziell krankheitsverursachende Varianten identifiziert.

Die Studie konnte somit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den diagnostischen Nutzen der Exomsequenzierung beim NIHF zu verdeutlichen. In 29 % der ungelösten NIHF-Fälle konnte sie zu einer Diagnose verhelfen, die sowohl auf die Beratung hinsichtlich Prognose und Wiederholungsrisiko als auch auf die direkte klinische Versorgung Einfluss hatte.

Categories of genetic disorders detected through Exome Sequencing in cases of NIHF

Categories of Genetic Disorders Detected through Exome Sequencing in Cases of NIHF.
RASopathies were defined as disorders affecting the RAS–MAPK cell-signaling pathway.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel: Exome Sequencing for Prenatal Diagnosis in Nonimmune Hydrops Fetalis

1 Sparks T N et al. N Engl J Med. 2020; 383:1746-1756. doi: 10.1056/NEJMoa2023643

 

Haben Sie Fragen zur genetischen Diagnostik? Unser ärztliches Team steht Ihnen gerne konsiliarisch unter 089/30 90 886 – 0 zur Verfügung.

Zum Veranstaltungskalender