We have detected you are coming from a location outside of Germany.
Wir haben festgestellt, dass Sie von einem Standort außerhalb Deutschlands auf diese Seite gelangt sind.

Please select your preferred language:
Bitte wählen Sie eine der folgenden Sprachoptionen:

Symposium

Genetik und Häufige Erkrankungen - passt das zusammen?

Für weitere informationen klicken Sie bitte hier.

18.01.20

9-14Uhr

Sofitel München

1461

Alternierende Hemiplegie des Kindesalters (AHC)

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Mutationen des Gens ATP1A3 wurden als häufigste Ursache der alternierenden Hemiplegie des Kindesalters (AHC) beschrieben. Betroffene Kleinkinder entwickeln typischerweise in den ersten 6 Lebensmonaten episodische Lämungserscheinungen, die einige Minuten bis mehrere Tage anhalten und einseitig, alternierend oder beide Körperhälften betreffend sind. Gleichzeitig  kann eine ausgeprägte bulbäre Symptomatik bestehen. Zusätzlich können andere paroxysmale Symptome, wie tonische Episoden, fokale oder einseitige Attacken von Dystonie oder Okulomotorikstörungen auftreten. Ein episodischer Nystagmus oder ein intermittierendes Schielen in den ersten drei Lebensmonaten kann Vorläufer der Krankheitssymptomatik sein. Triggerfaktoren sind Stress, körperliche Aktivität, Hyper- und Hypothermie sowie Infekte. Typisch ist, dass die paroxysmalen Symptome mit dem Schlaf sistieren, bei längerdauernden Attacken einige Zeit nach dem Aufwachen aber wieder auftreten können.  Der Verlauf ist unterschiedlich. Zusätzlich zu dieser paroxysmalen Symptomatik entwickeln sich jedoch bei betroffenen Kindern meistens ein kognitiver und motorischer Entwicklungsrückstand und häufig zusätzliche neurologische Symptome wie eine Ataxie, Choreoathetose oder eine Dysarthrie.

Genetik

Als ursächliche genetische Veränderung wurden heterozygote Mutationen des Gens ATP1A3 identifiziert, die typischerweise bei sporadischen Patienten de novo als autosomal dominante Missense-Mutationen vorliegen. Es sind unterschiedliche Missense-Mutationen im Gen ATP1A3 beschrieben. ATP1A3 kodiert für die alpha-Untereinheit der Na+/K+-ATPase, die für den Erhalt eines elektrochemischen Gradientens der Plasmamembran verantwortlich ist. Die alpha-Untereinheit wird exklusiv in Neuronen und Herzmuskelzellen exprimiert. Autosomal dominante Mutationen von ATP1A3 wurden bereits früher als ursächlich für den oft auch familiär auftretenden Phänotyp eines Dystonie-Parkinsonismus mit rapidem Beginn (englisch:  „rapid-onset dystonia-parkinsonism“, Dystonie Typ 12; DYT12) beschrieben, einer Erkrankung, die klinische Überlappungen zeigt, ohne dass bislang eindeutige Genotyp-Phänoty-Korrelationen für einzelne Mutationen beschrieben sind.

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer
3-6 Wochen

 

Haben Sie Fragen?

Unser fachärztliches Team steht Ihnen unter 089 /30 90 886 – 0 für Fragen konsiliarisch gerne zur Verfügung.