We have detected you are coming from a location outside of Germany.
Wir haben festgestellt, dass Sie von einem Standort außerhalb Deutschlands auf diese Seite gelangt sind.

Please select your preferred language:
Bitte wählen Sie eine der folgenden Sprachoptionen:
1591

TRPV4-assoziierte Erkrankungen

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Veränderungen im Gen TRPV4 können zu einer Reihe unterschiedlicher Krankheitsbilder führen. Es sind, neuromuskuläre und skelettale Phänotypen zu unterscheiden, die aber klinisch auch überlappen können. Assoziierte Erkrankungen sind:

Neuromuskulär:

  • Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung Typ 2C (CMT2C)
  • Scapuloperoneale spinale Muskelatrophie (SPSMA)
  • Congenitale distale spinale Muskelatrophie (CDSMA)

Skelettdysplasien:

  • Familiäre digitale Arthropathie-Brachydaktylie
  • Autosomal dominante Brachyolmie
  • Spondylometaphysäre Dysplasie (Typ Kozlowski)
  • Spondyloepiphysäre Dysplasie (Typ Maroteaux)
  • Patrastremmatische Dysplasie
  • Metatrophische Dysplasie

Eine progrediente sensorisch-neuronale Schwerhörigkeit (mild bis moderat) kann mit jedem dieser Phänotypen vergesellschaftet sein.

Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung Typ 2C (CMT2C)

  • Progressive periphere Neuropathie (v.a. motorisch) mit Hohlfuß, distaler Amyotrophie und Fußheberschwäche. Reduzierte CMAP-Amplituden bei normaler bis leicht eingeschränkter Nervenleitgeschwindigkeit und Zeichen einer chronischen neurogenen Schädigung in der elektrophysiologischen Untersuchung
  • Stimmlippenparese (ein- oder beidseitig) mit Stridor, Heiserkeit und Dysphonie
  • Gelegentlich sensorisch-neuronale Schwerhörigkeit
  • Gelegentlich Schwäche der Intercostal- und Zwerchfellmuskulatur mit respiratorischer Dysfunktion
  • Gelegentlich Gelenkskontrakturen und Kleinwuchs

Scapuloperoneale spinale Muskelatrophie (SPSMA)

  • Langsam progredienter Verlust der zweiten Motorneuronen mit Schwäche und Atrophie in der Schultergürtelmuskulatur und der Unterschenkelmuskulatur. In der Muskelbiopsie können Zeichen der De- und Reinnervation nachweisbar sein.
  • Laryngomalazie und Stimmlippenparesen
  • Gelegentlich sensorisch-neuronale Schwerhörigkeit
  • Selten sensorische Defizite
  • Kyphoskoliose

Kongenitale distale spinale Muskelatrophie (CDSMA)

  • Kongenitaler Beginn, kein oder sehr langsam zunehmender Verlust der zweiten Motorneuronen mit assoziierter Muskelschwäche und Atrophie mit Betonung der distalen Beinmuskulatur
  • Beugekontrakuren der Knie und Hüften häufig seit Geburt
  • Fettige Atrophie der Waden- und Oberschenkelmuskulatur mit Aussparung des medialen Musculus gastrocnemius

Skelettale Dysplasien

  • Familiäre Arthropathie-Brachydaktylie mit normalen Händen und Füßen bei Geburt und spätere relative Verkürzung der mittleren und distalen Phalangen mit Schwellung, reduzierter Beweglichkeit der Interphalangealgelenke und progressiver Arthropathie anderer Hand- und Fußgelenke

Die restlichen TRPV4-assoziierten Skelettdysplasien beinhalten alle einen Kleinwuchs, Skoliose (mit oder ohne Kyphose) und typische radiologische Merkmale (z.B. Plattwirbel und seitlich überstehende Wirbel). Die einzelnen Phänotypen können überlappen.

  • Autosomal dominante Brachyolmia mit mildem Kleinwuchs, die Extremitäten sind nicht betroffen, die Patienten sind funktionell nicht beeinträchtigt.
  • Spondylometaphyseale Dysplasie Typ Kozlowski mit kurzem Oberkörper und dysproportioniertem Kleinwuchs (bei normalen Geburtsmaßen), mit Watschelgang und Genua vara. Frühzeitige Osteoarthritis der Gelenke.   
  • Spondyloepiphyseale Dysplasie, Typ Maroteaux mit sich in der Kindheit manifestierendem Kleinwuchs und Brachydaktylie, Mit der Zeit entwickeln sich Genua vara, eine Kyphoskoliose und in manchen Fällen eine Osteoporose.
  • Parastremmatische Dysplasie mit schweren Extremitätendeformierungen und Gelenkbeschwerden, Kleinwuchs und Kyphoskoliose von Geburt an.
  • Metatrophische Dysplasie. Bei Geburt besteht eine im Vergleich zum Stamm relative Verkürzung der Extremitäten. Mit zunehmender Skoliose und/oder Kyphose entwickelt sich dann eine im Vergleich zum Stamm relative Verlängerung der Extremitäten. Es kann zu einer Lungenhypoplasie aufgrund des engen Thoraxvolumens kommen .Manche Betroffene leiden auch unter einer schweren Einschränkung der Gelenkbeweglicheit, Gelenkkontrakturen und Torticollis.

Genetik

Das Gen TRPV4 kodiert für einen moderat Calcium-permeablen Kationenkanal („transient receptor potential vanilloid cation channel 4“) der in einer Vielzahl von Gewebetypen exprimiert wird und diverse physiologische Funktionen, u.a. in der Osmoregulation, Mechano- und Nozizeption, sowie Knorpel- und Knochenausbildung hat.  Das Gen ist auf dem langen Arm von Chromosom 12 (12q24.1) lokalisiert. Sämtliche assoziierte Erkrankungen folgen einem autosomal dominanten Erbgang. Die Penetranz kann variabel sein.

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer
3-6 Wochen

 

Haben Sie Fragen?

Unser fachärztliches Team steht Ihnen unter 089 /30 90 886 – 0 für Fragen konsiliarisch gerne zur Verfügung.