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Kabuki-Syndrom
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Klinische Symptomatik
Beim Kabuki-Syndrom handelt es sich um eine genetisch bedingte Anlagestörung, bei der sich neben charakteristischen Phänotypauffälligkeiten (s.u.) regelmäßig auch eine mentale Retardierung und fast immer ein Kleinwuchs entwickelt. Obwohl die fazialen Auffälligkeiten oft schon im Neugeborenenalter sichtbar sind, werden sie in den ersten Lebensjahren immer ausgeprägter. Besonders auffällig ist auch von Anfang an eine erhöhte Infektanfälligkeit im Bereich der oberen Luftwege. In der Pubertät entwickelt sich häufig eine Adipositas.
Das Kabuki-Syndrom ist durch folgende Symptome bzw. Hauptbefunde gekennzeichnet:
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Lange Lidspalten mit Ektropion des Unterlids im lateralen Drittel
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Epikanthus medialis
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Bogenförmige Augenbrauen, spärlich im lateralen Drittel
- Ptosis, Strabismus und blaue Skleren bei ca. einem Drittel der Patienten
- Kurzes Nasenseptum
- Gaumen-/Lippenspalten
- Große abstehende Ohren mit präaurikulären Fisteln
- Zahnanomalien wie pathologische Dentition oder Oligodontie
- Häufig offengehaltener Mund mit evertierter Schleimhautoberlippe
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Mentale Retardierung (meist leicht bis mittelschwer)
- Kleinwuchs (postnatal)
- Skelettäre Auffälligkeiten wie Brachyklinodaktylie der 5. Finger bds., kurze Mittelphalangen, Skoliose, Hüftdysplasien
- Herzfehler unterschiedlicher Form
- Überstreckbarkeit der Gelenke, muskuläre Hypotonie
- Persistierende fetale Fingerpolster („Fingertip pads“)
- Häufig rezidivierende Mittelohrentzündungen und auch Hörstörungen
Genetik
Ng et al. (2010) wiesen 33 verschiedene Mutationen im Gen KMT2D in 35 von 53 Familien (66 %) mit Kabuki-Syndrom nach, während in keiner von 190 Kontrollpersonen eine Mutationen in KMT2D nachgewiesen wurde. Mutationen in KMT2D sind daher eine Hauptursache des Kabuki-Syndroms. Als weitere Ursache konnten nun auch Mutationen Gen KDM6A nachgewiesen werden (X chromosomal). Mutationen in beiden Genen kommen bei weiblichen und männlichen Betroffenen vor. In aller Regel handelt es sich um Neumutationen.
KMT2D codiert für eine H3K4-Histonmethyltransferase, die als ein epigenetischer Transkriptions-Aktivator während des Wachstums und der Entwicklung fungiert. Ähnlich wie KMT2D ist auch KDM6A als H3K27-Demethylase an der Histonmethylierung beteiligt.
