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Maligne Hyperthermie (MH)

Klinische Symptomatik

Die Maligne Hyperthermie (MH) ist eine pharmakogenetische Erkrankung der Skelettmuskulatur mit einer gestörten Ca2+-Regulation in Verbindung mit einem unkontrollierten Hypermetabolismus. Bei genetisch disponierten Patienten wird sie durch bestimmte volatile Anästhetika (z. B. Halothane, Isoflurane, Sevoflurane usw.) und depolarisierende Muskelrelaxantien (Succinylcholin) ausgelöst. Durch die unkontrollierte, intramuskuläre Freisetzung von Ca2+-Ionen kommt es zu einer Kontraktion der Skelettmuskulatur, einer Glykogenolyse und einer Entgleisung des zellulären Stoffwechsels.

Klinische Symptomatik
  • Azidose
  • Hyperkapnie
  • Tachykardie
  • Hypoxämie
  • Rhabdomyolyse
  • Erhöhung des Kreatinkinasewerts (CK-Wert) im Serum
  • Hyperkaliämie mit dem Risiko einer kardialen Arrhythmie bzw. eines Herzstillstands
  • Myoglobinurie mit der Gefahr eines Nierenversagens

In nahezu allen Fällen tritt die erste Manifestation der MH, Tachykardie und Tachypnoe, im OP auf. Dabei ist die klinische Erscheinungsform sehr variabel und reicht von der abortiven Form mit nur einem oder wenigen Symptomen oder einer geringen Ausprägung verschiedener Symptome über moderate Verlaufsformen bis hin zur fulminanten MH-Krise.

Genetik

MH wird verursacht durch Mutationen der Gene RYR1 (Ryanodinrezeptor 1) und CACNA1S (alpha-Untereinheit des muskulären Dihydropyrin-sensitiven spannungsabhängigen Calciumionenkanals). Bei ca. 70-80 % der betroffenen Patienten mit MH konnten genetische Veränderungen in RYR1 identifiziert werden. Diese sind vorzugsweise in drei Hot-Spots der N-terminalen (Aminosäureposition 35 bis 614), zentralen (Aminosäureposition 2117 bis 2458) und C-terminalen Region (Aminosäureposition 3916 bis 4973) lokalisiert, können aber auch in den restlichen Abschnitten der gesamten kodierenden Region vorkommen. Die MH folgt einem autosomal-dominanten Erbgang. Der Anteil, der auf dominanten de novo Mutationen beruhenden Fälle, die dann zu sporadischen Erkrankungsfällen mit unauffälliger Familienanamnese führen, ist nicht bekannt.

Mutationen in CACNA1S sind für ca. 1 % der MH-Fälle ursächlich.

Häufigkeit

1 : 10 000

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Sequenzanalyse, Hotspots

Sequenzanalyse der häufigen Mutationen eines Gens, z.B. als 1. Stufe einer Stufendiagnostik


Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Einzelgen-Analyse
Sequenzanalyse mittels NGS (kodierende und angrenzende Bereiche)

Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer 3-6 Wochen