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Morbus Fabry

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Klassischer Morbus Fabry:

Der klassische Morbus Fabry zeichnet sich durch folgende Symptome und Merkmale aus:

  • Periodisch auftretende Schmerzkrisen der Extremitäten (Ausstrahlung in das Abdomen und die Flanken ist möglich). Die neuropathischen Schmerzen sind das häufigste Symptom der Erkrankung.
  • Vaskuläre Hautläsionen (Angiokeratome)
  • Auffälligkeiten der Schweißproduktion (Anhydrosis, Hypohidrosis, selten auch Hyperhidrosis)
  • Charakteristische Augenveränderungen  (insbesondere Hornhaut- und Linsentrübungen) ohne Beeinträchtigung der Sehschärfe
  • Schlaganfall
  • Linksventrikuläre Hypertrophie
  • Niereninsuffizienz

Folgende Symptome können ebenfalls vorkommen: geschlängelte retinale Gefäße, Mitralinsuffizienz, Arrhythmien, Proteinurie, Hämaturie, Vasopressin-resistenter Diabetes insipidus, Diarrhoen, Übelkeit, Erbrechen, Malabsorption, Achalasie, jejunale Divertikulose, chronische Bronchitis, Dyspnoe, Ödeme, Innenohrschwerhörigkeit, Benommenheit, Tinnitus, Depression, Ängstlichkeit und Fatigue-Symptomatik.

Die Symptome beginnen in der Kindheit oder Adoleszenz, das früheste Anzeichen der Erkrankung sind dabei meistens die Angiokeratome. Gerade in jungem Alter kann auch die Neuropathie häufig das einzige Symptom der Erkrankung sein. Zur Niereninsuffizienz kommt es in der Regel erst zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Insgesamt sind die Symptome der Erkrankung äußerst variabel.

Hetreozygote Trägerinnen:

Frauen , die Trägerinnen sind, können asymptomatisch sein oder aber ebenso schwer betroffen sein wie erkrankte  Männer. Die Variabilität der Symptome bei Frauen im Vergleich zu männlichen Betroffenen lässt sich durch die zufällige X-Inaktivierung der Frauen erklären.

Atypische Varianten der Erkrankung sind beispielsweise der Late-onset-Fabry (mit spätem Erkrankungsbeginn), eine hauptsächlich kardiale Manifestation (mit linksventrikulärer Hypertrophie, Kardiomyopathie und Arrhythmien), eine hauptsächlich renale Manifestation (terminale Niereninsuffizienz möglicherweise ohne andere krankheitsassoziierte Symptome).

Die Diagnose lässt sich bei betroffenen Männern mit klassischem M. Fabry in der Regel durch Bestimmung der α-Galaktosidase –Aktivität in Leukozyten oder im Plasma sichern. Weibliche Anlageträgerinnen und Patienten mit atypischer Verlaufsform (z.B. kardiale Manifestation) können durch eine molekulargenetische Analyse sicher erkannt werden.

Seit 2001 ist eine Enzymersatztherapie für Patienten mit Morbus Fabry erhältlich. Zur Vermeidung von Spätkomplikationen wird ein frühzeitiger Einsatz der Therapie empfohlen. Daher sollte eine molekulargenetische Diagnostik bei potentiellen Anlageträgern bereits vor Auftreten von Symptomen möglichst frühzeitig erfolgen, um therapeutische Konsequenzen nicht zu verzögern. Die Enzymersatztherapie ist bereits im Kindesalter wirksam und ist die einzige Mögklichkeit, der Krankheitsprogression und ihren Folgen vorzubeugen.

Genetik

Die Symptome werden durch die lysosomale Ablagerung von α-Galaktosidase in den Zellen (insbesondere im Endothel der Gefäße) verursacht. Der Erkrankung liegen Mutationen im Gen GLA (Chromosom Xq22.1) zugrunde, die Vererbung erfolgt X-chromosomal rezessiv. Meistens wird die Erkrankung durch asymptomatische Trägerinnen an die Söhne weitergegeben, Neumutationen sind selten beschrieben.

Unterschiedliche Mutationen sind assoziiert mit charakteristischen Manifestationsarten (z.B. kardial, renal oder klassisch) der Erkrankung beschrieben (Genotyp-Phänotyp-Korrelation).

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer
3-6 Wochen

 

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