Sprechstunden/ Spezialsprechstunden am MGZ
Tel: 089 / 30 90 886 - 101
Optikusatrophien, autosomal dominant
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Klinische Symptomatik
Die OPA1-assoziierte Autosomal Dominante Optikusatrophie (ADOA), ist neben der Leberschen hereditären Optikusneuropathie (LHON) die häufigste Form einer erblichen Optikusatrophie. Ursache der Erkrankung ist die Degeneration von Ganglienzellen in der Retina.
Häufig setzt bereits im Kindesalter ein Visusverlust ein, der unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, in den meisten Fällen jedoch moderat bleibt. Diagnostisch wegweisend ist die beidseitige Abblassung der Papille mit einem zentralen Verlust der Sehschärfe und Farbsinnesstörungen (Blau-Gelb-Verlust, Tritanopie). Die Familienanamnese ist in der Regel positiv im Sinne eines autosomal dominanten Erbgangs. Allerdings kann die klinische Symptomatik so variabel sein, dass Anlageträger keinen subjektiven Visusverlust bemerken; weiterhin sind auch Neumutationen beschrieben. Aus diesem Grund kann die Familienanamnese durchaus unauffällig sein.
Bei einigen Patienten liegt eine komplexere klinische Symptomatik vor, die neben der Optikusatrophie neurologische Symptome, wie eine chronisch progressive externe Ophthalmoplegie, Ataxie, sensomotorische Neuropathie oder Taubheit zeigten. Als Hinweis auf einen ursächlichen mitochondrialen Pathomechanismus wurden bei diesen Patienten wiederholt auch multiple mtDNA Deletionen nachgewiesen.
Eine seltene Ursache für eine autosomal dominant erblich Optikusatrophie sind Mutationen im OPA3-Gen. Hier haben die Patienten häufig zusätzlich eine Katarakt. Biallelische Mutationen in diesem Gen verursachen die Typ III 3-Methylglutaconazidurie (Costeff-Syndrom).
Ausführliche Informationen zur Differentialdiagnostik hereditärer Optikusatrophien finden Sie hier.
Genetik
Das Gen OPA1 kodiert ein mitochondriales Dynamin-verwandtes GTP-Protein und spielt bei zahlreichen mitochondrialen Prozessen eine entscheidende Rolle. Auch das Gen OPA3 kodiert für ein mitochondriales Protein, dessen genaue Funktion bisher jedoch noch nicht endgültig geklärt ist. Bei den meisten Patienten finden sich autosomal dominante Mutationen im Gen OPA1. Neumutationen sind beschrieben.
