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Smith-Magenis-Syndrom

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Beim Smith-Magenis-Syndrom (SMS) handelt es sich um ein Dysmorphiesyndrom mit begleitenden charakteristischen Verhaltensauffälligkeiten und einer mäßigen bis schweren mentalen Retardierung. Zusätzlich steht eine Sprachentwicklungsverzögerung im Vordergrund.
Zu den Merkmalen gehören:

Entwicklungsauffälligkeiten
  • Allgemeine Entwicklungsretardierung
  • Mäßige bis schwere mentale Entwicklungsstörung mit Sprachentwicklungsverzögerung insbesondere im expressiven Bereich
Dysmorphologische Auffälligkeiten
  • Brachyzephalie, manchmal auch Mikrozephalie
  • Kurze, breite Hände, Brachydaktylie
  • Mittelgesichtshypoplasie
  • Prominente Stirn, prominentes Kinn
  • Tiefliegende Augen
  • Breite Nasenwurzel, Synophrys
  • Nach unten abfallende Mundwinkel, bogenförmige Oberlippe
  • Tiefsitzende Ohren und/oder andere Ohranomalien

Die folgenden Dysmorphiestigmata sind oft im Kleinkindesalter noch nicht deutlich zu erkennen

Verhaltensauffälligkeiten
  • Stereotypes Verhalten mit selbstverletzenden Handlungen (z. B. in die Hände oder Finger beißen, Herausziehen von Finger- oder Zehennägeln, Kopfschlagen) bei vermindertem Schmerz und/oder Temperaturempfinden
  • Schwere Schlafstörungen aufgrund einer Störung des Tag-Nacht-Rhythmus
Weitere klinische Auffälligkeiten
  • Otolaryngeale Anomalien, Schwerhörigkeit (sowohl Schallleitungs- als auch Schallempfindungsschwerhörigkeit)
  • Augenveränderungen (vor allem Strabismus, Myopie, Mikrocornea)
  • Kleinwuchs
  • Skoliose
  • Hirnauffälligkeiten (meistens Ventrikulomegalie)
  • EEG-Auffälligkeiten/Epilepsie
  • Kardiale Auffälligkeiten
  • Renale Anomalien (insbesondere Verdopplungen der Ureteren)
  • Niedrige Immunglobulinspiegel, erniedrigte Schilddrüsenhormonwerte
  • Rauhe, tiefe Stimme mit zunehmendem Alter

Genetik

Das Smith-Magenis-Syndrom ist ein "contiguous-gene-syndrome" (CGS), das zytogenetisch durch eine Mikrodeletion auf Chromosom 17p11.2 gekennzeichnet ist. Bei über 70 % der Patienten mit Smith-Magenis-Syndrom liegt eine identische etwa 3,7 Mb große Deletion vor. Wie auch z. B. beim Williams-Beuren-Syndrom und DiGeorge-Syndrom sind die Deletionen von low copy repeats (LCRs) flankiert. Zwischen den proximalen und distalen LCRs kartiert ein dritter Repeat in der deletierten Region (SMS-REPs).

Etwa 25 % der Patienten haben kleinere oder größere Deletionen (etwa 1,5 Mb bis 9 Mb). Entstehungsmechanismus ist ein ungleiches Crossover in der elterlichen Keimbahn. Durch ein solches ungleiches meiotisches Crossover kann auch eine Duplikation des Bereiches 17p11.2 entstehen. Bei Vorliegen dieser Duplikation finden sich die gleichen Syndrom- und Verhaltensauffälligkeiten wie bei der Deletion, die Symptomatik ist aber milder ausgeprägt (siehe auch 17p11.2 Duplikations-Syndrom, Potocki-Lupski-Syndrom).

Weniger als 5 % der Smith-Magenis-Patienten weisen Punktmutationen im Gen RAI1 auf.

Häufigkeit

1 : 25 000

Indikation

Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerung und den charakteristischen Merkmalen des SMS

Stufendiagnostik

Stufe 1:

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification

Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

 

Karyotypisierung

Chromosomenanalyse nach GTG-Bänderung

 

Stufe 2:

Sequenzanalyse, komplett

Sequenzanalyse des gesamten Gens (kodierende und angrenzende Bereiche)

Material
2-4 ml EDTA-Blut
4 ml Heparin-Blut
Dauer

3-6 Wochen

 

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