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SORD-assoziierte Neuropathie, OMIM 618912

Klinische Symptomatik

Die mit biallelischen Varianten des SORD-Gens assoziierte Charcot-Marie-Tooth (CMT) – Neuropathie manifestiert sich ähnlich wie eine klassische CMT2 Neuropathie und zeigt axonale Veränderungen in der Elektrophysiologie. Bei im Vordergrund stehender motorischer Beteiligung wurden Patienten auch unter dem Bild einer distalen hereditären Motoneuropathie (dHMN) beschrieben. Die Serumspiegel von Sorbitol sind erhöht.

 

Genetik

Biallelische Mutationen im Sorbitol-Dehydrogenase (SORD)-Gen wurden als eine neue und häufige genetische Ursache für autosomal-rezessive CMT identifiziert (Cortese et al., 2020). Das SORD-Gen kodiert die Sorbitol-Dehydrogenase, die die reversible NAD(+)-abhängige Oxidation von Sorbitol zu Fructose katalysiert. Mutationen im SORD-Gen führen zu verminderten Spiegeln der Sorbitol-Dehydrogenase, was folglich die intrazelluläre Sorbitol-Akkumulation vermehrt. Erste experimentelle Daten legten nahe, dass eine Behandlung mit Aldose-Reduktase-Inhibitoren, die intrazellulären Sorbitolspiegel in Fibroblastenkulturen von Patienten senkte. Somit könnte diese Medikamentenklasse, die in der Behandlung einer diabetischen Neuropathie eingesetzt werden, um der Akkumulation von intrazellulärem Sorbitol entgegenzuwirken,  auch bei einer SORD-assoziierten hereditären Neuropathie eine therapeutische Option darstellen. Die Erkrankung folgt einem autosomal rezessiven Erbgang.

Der diagnostische Nachweis einer pathogenen Sequenzvariante ist über eine Sequenzierung möglich, die aufgrund der phänotypischen Überlappungen mit anderen axonalen Neuropathien oder distalen hereditären Motoneuropathien oft im Rahmen einer NGS-Paneldiagnostik erfolgt.  

 

Literatur:

Cortese A, et al.: Biallelic mutations in SORD cause a common and potentially treatable hereditary neuropathy with implications for diabetes. Nat Genet. 2020 May;52(5):473-481. PMID: 32367058.

 

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