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Linsenluxation, isoliert

Untersuchte Gene

Klinische Symptomatik

Die isolierte Linsenluxation ist durch eine Dislokation/Ektopie der Augenlinse gekennzeichnet ohne dass zusätzliche systemische Befunde vorliegen, wie sie bei syndromalen Formen der Linsenluxation (z.B. Marfan-Syndrom, Homocystinurie) charakteristisch sind. Vor Kenntnis der molekulargenetischen Grundlagen wurde sie häufig auch als „idiopathische Linsenluxation“ bezeichnet.

Die Linse kann in jede Richtung verschoben sein. Zusätzlich können weitere ophthalmologische Befunde, wie Sphärophakie und hohe Myopie, Ectopia pupillae und weitere Begleitbefunde vorliegen. Bei LTBP2-Mutationen liegt häufig eine Megalocornea und/oder Glaukom (auch sekundär) vor. Die Luxation ist meist beidseitig und gerade bei ADAMTSL4-Mutationen bereits in früher Kindheit vorhanden. Das Ausmaß der Sehbeeinträchtigung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die molekulargenetische Diagnostik ist bei der differentialdiagnostischen Abklärung zwischen syndromaler und nicht-syndromaler Linsenluxation von Bedeutung, insbesondere bei unauffälliger Familienanamnese.

Genetik

Die autosomal-rezessive Form wird durch Mutationen im Gen ADAMTSL4 verursacht. ADAMTSL4 liegt auf Chromosom 1q24 und gehört zu der „a disintegrin and metalloproteinase with thrombospondin motifs (-like)“ Genfamilie. Die genaue Funktion ist nicht bekannt, andere Mitglieder dieser Genfamilie interagieren jedoch mit dem TGF-ß- und Fibrillin-Stoffwechsel. In der europäischen Bevölkerung gibt es eine besonders häufige Mutation in Exon 6 von ADAMTSL4, die evtl. auf einen Founder zurückzuführen ist.

Mutationen in FBN1 (Fibrillin-1; Chromosom 15q21.1) können autosomal-dominante Linsenluxationen verursachen. Die Mutationen sind dann gehäuft im 5´ und 3´-Bereich des Gens. FBN1 liegt auf dem langen Arm von Chromosom 15. Fibrillin-1 ist der Hauptbestandteil von extrazellulären Mikrofibrillen. Mutationen in diesem Gen werden u.a. in der Mehrzahl der Patienten mit klassischem Marfan-Syndrom gefunden.

Weiterhin können Mutationen in LTBP2 (latent transforming growth factor-beta binding protein 2; Chromosom 14q24) mit einer autosomal-rezessiven Linsenluxation einhergehen. Mutationen in diesem Gen werden liegen auch bei Patienten mit Megalocornea und/oder kongenitalem Glaukom mit und ohne Linsenluxation vor. LTBP2 interagiert ebenfalls mit Fibrillin-1, jedoch nicht mit TGF-ß.

Häufigkeit

Die Anlageträgerfrequenz für die häufige 20bp-Deletion in ADAMTSL4 wird zwischen 1 : 70 - 180 angegeben.

Indikation

Differentialdiagnostische Abklärung einer Linsenluxation.

Methodik Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


Einzelgen-Analyse
Sequenzanalyse mittels NGS (kodierende und angrenzende Bereiche)

MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer 3-6 Wochen