We have detected you are coming from a location outside of Germany.
Wir haben festgestellt, dass Sie von einem Standort außerhalb Deutschlands auf diese Seite gelangt sind.

Please select your preferred language:
Bitte wählen Sie eine der folgenden Sprachoptionen:
1626

Ovarialkarzinom - Differenzialdiagnostik

Klinische Symptomatik

Neben den beiden Genen BRCA1 und BRCA2 konnten hochpenetrante Gene (Risikomodifikation ca. 5 – 20-fach) für Brust- und Eierstockkrebs identifiziert werden. Mutationen im Gen RAD51C (Meindl A et al., Nature Genetics, 42; 410-414:2010) sind mit einem deutlich erhöhten Risiko für Eierstockkrebs und fraglich für Brustkrebs assoziiert, die Frequenz von RAD51C-Keimbahnmutationsträgern in Hochrisikofamilien wird jedoch nur auf ca. 1,5 % geschätzt (BRCA1: ca. 15%, BRCA2: ca. 10%). In der Literatur wird das Risiko für Eierstockkrebs mit ca. 20 bis 40% angegeben. RAD51C-Mutationsträger erkranken außerdem deutlich früher als Patientinnen mit sporadischem Brust- oder Ovarialkarzinom. Nach einer neueren Arbeit (Loveday et al., Nat. Genet. 2012) scheinen Mutationen in RAD51C jedoch ausschließlich mit einer Risikoerhöhung für Ovarialkarzinome assoziiert zu sein, eine Risikoerhöhung für Brustkrebs konnte in dieser Arbeit nicht nachgewiesen werden. Weitere Studien sollten diese Frage in naher Zukunft klären.

Mutationen im RAD51C-Paralog RAD51D wurden in einem geringen Prozentsatz (ca. 1%) von Patienten mit familiärem Ovarialkarzinom ohne Mutationsnachweis in den Genen BRCA1, BRCA2 und RAD51C nachgewiesen (Loveday et al., Nat. Genet. 2011). Das Risiko für RAD51D-Mutationsträgerinnen an einem Ovarialkarzinom zu erkranken liegt ca. 6,5-fach über dem der Normalbevölkerung (ca. 10% -iges Lebenszeitrisiko; Normalbevölkerung: 1,5%). Ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs oder andere Tumorerkrankungen wurde zwar bislang nicht beobachtet, ist jedoch aufgrund der geringen Fallzahlen Gegenstand aktueller Studien.

Das Gen BRIP1 kodiert für ein Protein aus der RecQ DEAH Helicase Familie und interagiert mit den BRCT repeats des BRCA1-Proteins. Der Komplex aus BRIP1, BRCA1 und anderer Proteine ist für die Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen essentiell. Mutationen im Gen BRIP1 sind - zu einem weit geringen Prozentsatz - ebenfalls mit familiärem Brustkrebs assoziiert (Cantor et al.; Cell. 2001;105(1)). BRIP1 Mutationsträgerinnen haben im Vergleich zu der Normalbevölkerung ein ca. 2-fach erhöhtes Risiko für eine Brustkrebserkrankung. Darüber hinaus besteht bei BRIP1 Mutationsträgerinnen ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs (Rafnar et al.: Nature Genetics. 2011;43(11). Biallelische BRIP1-Keimbahnmutationen sind mit Fanconi Anämie Subtyp J assoziiert.

Genetik

Das  Gen RAD51C liegt auf Chromosom 17q23 und umfasst 9 Exons. Es ist ebenso wie BRCA1 und BRCA2 an DNA-Reparaturmechanismen beteiligt und gehört zur Gruppe der Tumorsuppressor-Gene.

Das Gen RAD51D liegt auf Chromosom 17 und umfasst 10 Exons. Es ist ebenso wie BRCA1, BRCA2 und RAD51C an DNA-Reparaturmechanismen beteiligt und gehört zur Gruppe der Tumorsuppressor-Gene.

Das Gen BRIP1 liegt ebenfalls auf Chromosom 17q23 und umfasst 19 Exons.

Methodik Next Generation Sequencing (NGS)

Parallele Sequenzierung mehrerer Gene


MLPA, Multiplex Ligation dependent Probe Amplification
Methode zum Nachweis von Deletionen / Duplikationen einzelner Exons

Sequenzanalyse, komplett
Sequenzanalyse nach Sanger (kodierende und angrenzende Bereiche)

Sequenzanalyse, Hotspots

Sequenzanalyse der häufigen Mutationen eines Gens, z.B. als 1. Stufe einer Stufendiagnostik


Material 2-4 ml EDTA-Blut
Dauer 3-6 Wochen