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Beratung und Veranlassung

Zur Information dürfen Sie Ihre Patientinnen auf unsere Internetseiten NIPT – für Patientinnen verweisen oder können hier unsere Patientenbroschüre anfordern.

Die folgenden Punkte sind in der Beratung und ärztlichen Aufklärung hervorzuheben:

  1. Der NIPT ist ein Screening Test. Er ist keine diagnostische Untersuchung, wie eine (molekular)zytogenetische Untersuchung nach einer diagnostischen Punktion. Der Test dient der Wahrscheinlichkeitsberechnung für das Vorliegen der getesteten fetalen Auffälligkeit.

  2. Ein unauffälliges Testergebnis bedeutet, dass das Risiko für eine getestete Chromosomenstörung niedrig ist.

  3. Dennoch sind sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Testergebnisse möglich.

  4. Ein falsch-negatives Testergebnis kann nicht ausgeschlossen werden. Ein unauffälliges Testergebnis bedeutet demnach nicht, dass die getestete chromosomale Auffälligkeit vollständig und mit 100%iger Sicherheit beim Feten ausgeschlossen ist.

  5. Ein falsch positives Testergebnis ist ebenfalls möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass im individuellen Fall bei einem positiven (=auffälligen) Testergebnis tatsächlich die getestete Chromosomenstörung vorliegt, hängt auch vom Hintergrundrisiko für die getestete Auffälligkeit ab und kann von unter 50% bis über 90% betragen. Aufgrund biologischer Besonderheiten ist die Wahrscheinlichkeit für ein falsch-positives Testergebnis für Fehlverteilungen der Geschlechtschromosomen etwas häufiger. Ein auffälliges Testergebnis bedeutet grundsätzlich nicht immer, dass tatsächlich eine Chromosomenstörung mit Relevanz für die Gesundheit des ungeborenen Kindes vorliegt. Dafür gibt es unterschiedliche technisch-analytische und biologische Gründe.

  6. Ein positives Testergebnis muss immer durch eine diagnostische Untersuchung in einem invasiven Verfahren (Biopsie des Mutterkuchen oder eine Fruchtwasserpunktion) überprüft werden, um festzustellen, ob eine Chromosomenstörung tatsächlich vorliegt und Relevanz für das ungeborene Kind hat.

  7. Die Testergebnisse dürfen nicht als alleinige Grundlage für eine Diagnose oder Entscheidungen hinsichtlich einer Fortsetzung oder eines Abbruchs der Schwangerschaft verwendet werden.

  8. Der Test bezieht sich nur auf die ausgewählten Testvariante.

  9. Andere fetale Auffälligkeiten werden nicht erkannt.

  10. In seltenen Fällen ist ein Testversagen möglich, d.h. es kann kein interpretierbares Testergebnis erzielt werden. In diesem Fall werden keine Kosten für die Durchführung des NIPT in Rechnung gestellt.

  11. In sehr seltenen Fällen kann es zu „Zufallsbefunden“ kommen. Dies bedeutet, dass sich aus den zur Ermittlung des Testergebnisses erhobenen Daten Hinweise auf Auffälligkeiten der Chromosomen ergeben, die nicht in Zusammenhang mit der getesteten fetalen Chromosomenstörung stehen. Diese können gesundheitliche Bedeutung für das ungeborene Kind haben oder auch für die Schwangere haben und die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen nach sich ziehen. Sehr ungewöhnliche Testergebnisse können Rückschlüsse auf eine möglicherweise vorliegende andere Chromosomenstörung zulassen. Dies kann z.B. eine strukturelle Chromosomenveränderung oder eine Mosaikkonstellation anderer Chromosomen beim Feten oder auch bei der Patientin selbst (z.B. maternales Turner-Mosaik) sein. In äußerst seltenen Fällen kann sich aufgrund des Testergebnisses der Hinweis auf eine Tumorerkrankung bei der Schwangeren ergeben. Da wir bei einem NIPT aber nicht die Basensequenz der DNA analysieren, ist es ausgeschlossen, dass wir als Zufallsbefund monogenetische Erkrankungen oder genetische Hochrisikosituationen - wie etwa eine BRCA1-Mutation – erkennen. In der Einwilligung kann die Schwangere angeben, ob sie eine Mitteilung von Zusatzbefunden wünscht oder ob sie dies nicht wünscht.

  12. Das fetale Geschlecht darf in Deutschland gemäß § 15 Abs. 1 GenDG der Schwangeren mit ihrer Einwilligung nach Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche nach Empfängnis (p.c.) bzw. 14. Schwangerschaftswoche nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung (p.m.) mitgeteilt werden.

 

Patientenberatung bei auffälligem Ergebnis des NIPT – Nicht-invasiven Pränataltest

Die Testgüte-Kriterien der Sensitivität und Spezifität geben die Wahrscheinlichkeit an, dass eine Schwangerschaft, in der tatsächlich eine bestimmte Chromosomenstörung vorliegt, auch ein positives Testergebnis erhält (richtig positiv), bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft, in der eine bestimmte Chromosomenstörung nicht vorliegt, auch ein negatives Testergebnis erhält (richtig negativ).

Bei einem auffälligen Testergebnis möchte die Patientin wissen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich das Ergebnis in einer invasiven Diagnostik bei ihr bestätigt. Um diese Frage zu beantworten ist der positive Vorhersagewert (PPV) heranzuziehen, der die Wahrscheinlichkeit angibt, dass tatsächlich eine Chromosomenstörung vorliegt, wenn das Testergebnis positiv ist. Dieser Wert hängt von zwei Faktoren ab:

  • der Falsch-Positiv-Rate des Tests und
  • der Häufigkeit des Auftretens dieser Chromosomenstörung im zugrundeliegenden Kollektiv
Daten von zwei großen Studien zur NIPT zeigten, dass der positive Vorhersagewert für eine Trisomie 21 bei Frauen mit einem a-priori niedrigen Risiko bis zu 81% betrug und für Frauen mit einem apriori hohen Risiko bis zu 94% [1]. Die positiven Vorhersagewerte für die Trisomien 13 und 18 lagen – etwas niedriger – in einem ähnlichen Bereich. Deutlich niedriger - mit Werten nur um die 50 % - waren dagegen die positiven Vorhersagewerte für die gonosomalen Aneuploidien. Der positive Vorhersagewert sollte daher bei einem positiven Testergebnis immer mitkommuniziert werden.

 

Ein auffälliges Ergebnis des NIPT – Nicht-invasiven Pränataltest sollte in jedem Fall durch eine diagnostische Punktion abgeklärt werden [2,3]. Das Testergebnis darf nicht als alleinige Grundlage für die Diagnose oder Entscheidungen hinsichtlich der Fortsetzung oder Unterbrechung einer Schwangerschaft verwendet werden.

Für das am MGZ angewandte Testverfahren wurden, basierend auf den in der klinischen Validierungsstudie ermittelten Sensitivitäten und Spezifitäten – die folgenden PPV-Werte ermittelt, wenn unterschiedliche Prävalenzdaten für verschiedene Trisomien hinterlegt wurden. Diese Werte können Ihnen einen weiteren Anhalt geben, wenn Sie einer Patientin mit positiven Testergebnis sagen möchten, wie wahrscheinlich es statistisch ist, dass sich ihr Ergebnis in einer diagnostischen Punktion bestätigt:

PPV-Werte für die Trisomie 21:

Trisomie 21 Prävalenz (%)

**Entsprechend ca. der altersbasierten Prävalenz mit

PPV (%)

0.05

unter 20 Jahren

33.17

0.10

20 Jahren

49.82

0.20

30 Jahren

66.53

0.50

36 Jahren

83.29

1.00

39 Jahren

90.93

1.50

40 Jahren

93.79

2.00

41 Jahren

95.29

** Alterprävalenzen (SSW12 ) gemäß Snijders et al. Ultrasound Obstet Gynecol 1999;13:167–170

PPV-Werte für die Trisomie 18 und 13:

Für die Trisomien 18 und 13 wurden keine Altersprävalenzen hinterlegt, da das individuelle Hintergrundrisiko zum Zeitpunkt des NIPT maßgeblich vom Vorliegen bzw. Nicht-Vorliegen von Ultraschallauffälligkeiten abhängt.

Trisomie 18
Prävalenz (%)

PPV (%)

0.03

23.06

0.05

33.31

0.10

49.99

0.20

66.68

0.30

75.03

0.40

80.04

0.50

83.38

 

Trisomie 13
Prävalenz (%)

PPV (%)

0.01

9.10

0.02

16.68

0.05

33.37

0.10

50.05

0.20

66.73

 

Literatur
[1] Gregg AR et al. Noninvasive prenatal screening for fetal aneuploidy, 2016 update: a position statement of the American College of Medical Genetics and Genomics. Genet Med. 2016;18:1056-65.
[2] Deans ZC et al. Recommended practice for laboratory reporting of non-invasive prenatal testing of trisomies 13, 18 and 21: a consensus opinion. Prenat Diagn. 2017; 37:699-704.
[3] Van Opstal D and Srebniak MI. Cytogenetic confirmation of a positive NIPT result: evidence-based choice between chorionic villus sampling and amniocentesis depending on chromosome aberration. Expert Rev Mol Diagn. 2016;16:513-20.

Wer kann den NIPT veranlassen?

Gynäkologen, die den NIPT veranlassen, benötigen gemäß Gendiagnostikgesetz (GenDG) die Zusatzqualifikation zur „fachgebundenen genetischen Beratung“. Alternativ kann eine genetische Beratung im Vorfeld durch eine Fachärztin/einen Facharzt für Humangenetik erfolgen.

NIPT bei Heparin-Therapie

Die Gabe von niedermolekularem Heparin kann Einfluss auf die Qualitätsparameter haben, die bei Durchführung eines NIPT erfüllt sein müssen. Eine Heparin-Gabe erhöht somit die Wahrscheinlichkeit für die Patientin, dass kein Testergebnis erzielt werden kann (Testversagen). Eine Heparin Gabe stellt aber keine Kontraindikation für eine Testdurchführung durch. Stellen Sie sicher, dass die Blutentnahme für den NIPT kurz vor der nächsten Heparin-Gabe erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an niedermolekularem Heparin im Blut der Patientin am niedrigsten.

NIPT bei Auffälligkeiten im Ultraschall

Bei Auffälligkeiten im Ultraschall ist in der Regel eine diagnostische Punktion vorzuziehen.

NIPT und Geschlechtsmitteilung

Alle Testoptionen des NIPT Nicht-invasiven Pränataltests am MGZ - Medizinisch Genetischen Zentrum beinhalten auf Wunsch eine chromosomale Geschlechtsbestimmung. Das fetale Geschlecht darf in Deutschland gemäß § 15 Abs. 1 GenDG der Schwangeren mit ihrer Einwilligung nach Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche nach Empfängnis (p.c.) mitgeteilt werden. Um die Abläufe in Ihrer Praxis zu erleichtern, werden Sie eine zusätzliche Befundkopie erhalten, in der nur die Ergebnisse mit medizinischer Relevanz, nicht das Ergebnis der Geschlechtsbestimmung, aufgeführt sind. Es besteht somit die Möglichkeit der Patientin, den Befund ohne Geschlechtsangabe auch schon vor Ablauf der SSW 12+0 p.c. auszuhändigen.

Der Testablauf in Ihrer Praxis

  1. Bestellung von Blutentnahme-Sets für den NIPT Nicht-invasiven Pränataltest
    Bestellen Sie Ihre Blutentnahme-Sets für den NIPT Nicht-invasiven Pränataltest mit speziellen Blutentnahmeröhrchen online über unser Bestellsevice oder über unser Fax-Bestellformular.

  2. Aufklärung und Genetische Beratung
    Vor Veranlassung des NIPT Nicht-invasiven Pränataltest muss Ihre Patientin gemäß Gendiagnostikgesetz (GenDG) aufgeklärt und genetisch beraten werden. Als Gynäkologe/Gynäkologin können Sie die genetische Beratung durchführen, wenn Sie über die fachgebundene Zusatzqualifikation zur genetischen Beratung verfügen. Sie können die Patientin auch an einen Facharzt/eine Fachärztin für Humangenetik zur genetischen Beratung überweisen.

  3. Einbestellung der Patientin zur Blutabnahme
    Der NIPT Nicht-invasive Pränataltest kann theoretisch ab der Schwangerschaftswoche 9+0 (p.m.) durchgeführt werden. Häufig wird er auch zusammen mit dem Ersttrimester-Screening veranlasst. Ein Ultraschall sollte erfolgt sein, um das Schwangerschaftsalter zu bestimmen und um ggf. eine Mehrlingsschwangerschaft oder einen vanishing twin zu erkennen.
    Die Bearbeitungsdauer des NIPT Nicht-invasiven Pränatlatest beträgt durchschnittlich 4-6 Arbeitstage (Mo-Fr). Eine rasche Bearbeitung kann dann am besten gewährleistet werden, wenn die Blutprobe an bestimmten Wochentagen im Labor eintrifft. Diese sind wie folgt:
    Anmeldung der Abholung (Probenabholungsfax)
    bis Montag, 15:00 Uhr
    (Abholung am gleichen Tag*) Ergebnis bis Montag (der Folgewoche)
    bis Donnerstag, 15:00 Uhr (Abholung am gleichen Tag*): Ergebnis bis Donnerstag (der Folgewoche)
    *Voraussetzung: die Praxis ist bis 17.00 Uhr geöffnet

  4. Ausfüllen der Formulare
    Übergeben Sie jeweils einen Durchschlag an die Patientin.

  5. Blutentnahme
    Entnehmen Sie eine venöse Blutprobe und befüllen das Röhrchen mit dem gelieferten Blutentnahmesystem vollständig. Unmittelbar nach Entnahme schwenken Sie bitte das Röhrchen leicht. Bewahren Sie die Blutprobe in der Rücksendebox im Kühlschrank bis zum Versand auf.

  6. Probenversand
    Beauftragen Sie unseren Kurierdienst per mitgeliefertem Probenabholungsfax. Der Probenversand erfolgt direkt an das Labor des MGZ – Medizinisch Genetischen Zentrums in München. Die Anlieferung erfolgt am Morgen des nächsten Arbeitstages.

  7. Testdurchführung
    Die Testdurchführung erfolgt innerhalb von 4 bis 6 Arbeitstagen nach Eintreffen der Probe im Labor.

  8. Übermittlung des Testergebnisses an den Arzt
    Der Ergebnisbericht wird Ihnen als verantwortliche Ärztin/Arzt per Fax und Post gesandt. Sie können eine Sprachauswahl treffen: Deutsch, Englisch.

  9. Mitteilung des Testergebnisses an die Patientin
    Sie teilen als verantwortliche Ärztin/Arzt nach GenDG der Patientin das Ergebnis des NIPT mit.

Zusatzoption: Analyse aller Chromosomen

Ab dem 11. November 2019 bietet das MGZ – Medizinisch Genetische Zentrum den CE-IVD zertifizierten VeriSeq NIPT der Firma Illumina mit einer neuen Zusatzoption an: neben der Untersuchung auf die fetalen Trisomien 13, 18 und 21 und ggf. der Geschlechtschromosomen (bisherige Testoption 2 oder 3) bieten wir nun auch die Detektion von Aneuploidien und von Deletionen und Duplikationen (Größe > 7 Megabasen) für alle Autosomen (Chromosomen 1-22) an (= Zusatzoption)

Für spezielle Fragen und Beratung stehen wir für Sie mit unserer Expertise und als ärztliche Kollegen zur Verfügung. Unser Sekretariat unterstützt Sie gerne bei einer Terminfindung  unter +49 (0) 89 / 30 90 88 60.

Die Zusatzoption verursacht für die Patientin Kosten in Höhe von 50 €, zusätzlich zu den Kosten der gewählten Testoption 2 (Trisomien 13, 18 und 21; 269 €) oder Testoption 3 (Trisomien 13, 18 und 21 inkl. gonosomaler Aneuploidien; 299 €).

Weitere fachliche Information zu dieser Zusatzoption finden Sie im Download des Informationsflyers:

Bitte beachten Sie zur Anforderung dieser Zusatzoption ab dem 11.11.19 folgendes:

  • Sofern Sie eine ältere Version des NIPT- Anforderungsformular vorrätig haben, fügen Sie hinter der gewählten Testoption handschriftlich das Signalwort „Zusatzoption (50,- EUR)“ ein und bestätigen Sie dies mit ihrer Unterschrift.

Beispiel:

  • Sollten Sie unser NIPT-Anforderungsformular nicht in ihrer Praxis vorrätig haben, so können Sie diese mit Hilfe unserem online Bestellservice anfordern.